Chronik der Woche

Den Brauereien fehlt das Leergut. Coca-Cola macht dick. Joko Winterscheidt hat nun auch einen eigenen Gin. Kaffeeduft hilft beim Lösen von Mathe-Aufgaben. Discounter profitieren vom Bio-Boom. Alles über Milch in nur vier Minuten. Langnese ruft Eis zurück. Und „Der Postillon” deckt einen Skandal auf. Die Woche im Überblick.

Die Preise für Bier sind im Juni um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt, weil mehrere große Brauereien bereits im Winter und Frühjahr die Preise erhöht hatten. Noch mehr stieg allerdings der Preis für Apfelsaft an. Im Vergleich mit dem Juni 2017 kostete er dem Statistischen Bundesamt zufolge im Juni 2018 satte 11,6 Prozent mehr. Schuld an der Preiserhöhung war eine schlechte Apfelernte nach Kälteeinbrüchen. Limonade kostete hingegen nur 5,7 Prozent, Cola 1,5 Prozent und Wein 2 Prozent mehr. Allein die Preise für Mineralwasser blieben stabil und Orangensaft war sogar billiger.

Stabile Preise für Mineralwasser und O-Saft

Stabile Preise für Mineralwasser und O-Saft

Derweil klagen vor allem kleinere Brauereien über Engpässe  — bei der Rückgabe des Leerguts. So rief die Bochumer Brauer Moritz Fiege via Facebook ihre Kunden dazu auf, leere Flaschen zum Händler zurückzubringen, bevor sie in Urlaub fahren: „Erst Pfand, dann (P)ferien”. Und die Herrenhäuser Brauerei freut sich über jede zurückgegebene Flasche. „Wir leben momentan von der Hand in den Mund“, bekannte ihr Geschäftsführer Christian Schulz-Hausbrandt in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung”. Ein Problem, das auch kleinere Limo- und Wassermarken haben, weil die Verbraucher wegen der seit April andauernden Hitze vorsorgen und Getränke gleich kistenweise im Keller horten.

Können sich über fehlende Arbeit nicht beklagen — die Jungs von Radeberger

Können sich über fehlende Arbeit nicht beklagen — die Jungs von Radeberger

Einen Grund für die Engpässe vermutet Spiegel Online allerdings darin, dass die Logistik der Getränkebranche nicht einwandfrei funktioniere. Nach Angaben des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels sei die Logistikkette zwischen Produzenten, Groß- und Einzelhändlern „zum Zerreißen gespannt”. Der Verband fürchte deshalb, dass Kunden in heißen Sommermonaten nicht zuverlässig mit Getränken versorgt werden könnten.

Dickmacher

Laut Foodwatch sind 60 Prozent der Erfrischungsgetränke in Deutschland überzuckert. Während 30 Länder, darunter auch Großbritannien, Frankreich und Norwegen, eine Steuer auf zuckrige Getränke erheben, lehnt die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) eine solche Abgabe ab und will stattdessen eine Gesamtstrategie zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz erarbeiten. Dabei sank der Absatz süßer Softdrinks beispielsweise in Mexiko zwei Jahre nach Einführung einer Zuckersteuer um fast acht Prozent.

Durstlöscher oder Dickmacher? — Coca-Cola

Wie es Coca-Cola macht, ist es falsch — Süßstoffe statt Zucker sind auch keine Lösung

Obwohl Verbraucherschützer Coca-Cola für die Ausbreitung von Fettleibigkeit und Diabetes verantwortlich machen, weist der Getränkekonzern die Kritik zurück, da Übergewicht ein komplexes Problem sei, das man nicht mit der Erhebung einer Steuer lösen könne. Gleichwohl will Coca-Cola bis 2020 den Zuckergehalt um zehn Prozent senken und die zuckerlose Brause Coke Zero Sugar entwickelte sich, so die Tagesschau, sogar zum Absatztreiber des US-Getränkeriesen. Dass die fehlende Süße durch Süßstoffe ersetzt wird, halten Verbraucherschützer aber für die falsche Lösung. Denn die künstliche Süße würde nur den Appetit auf Süßigkeiten anregen.

Ginterview mit Joko Winterscheidt

Auf seinem Grabstein soll eines Tages nicht stehen: „Mensch, der hatte aber einen guten Gin.“ Doch das hielt den TV-Moderator Joko Winterscheidt nicht davon ab, einen „milden Gin für Einsteiger” zu produzieren, obwohl er „eigentlich kein Gin-Typ” ist. Der aus gelben Muskateller-Trauben produzierte Gin seines Freundes Pascal Hedrich überzeugte ihn aber angeblich so sehr, dass er zum Investor von dessen Muscatel Gin wurde. Katharina Link von Foodbarn traf ihn zum „Ginterview”.

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Kaffeeduft macht schlau

Allein der Duft von Kaffee löst bei Konsumenten eine positive Reaktion im Gehirn aus. Das haben Forscher vom Stevens Institute of Technology in Hoboken mit einem Experiment herausgefunden, an dem, so Die Welt kompakt, 100 Studenten der Wirtschaftswissenschaft teilnahmen. „Die Probanden mussten einen zehnteiligen Algebratest am Computer durchführen. Die eine Hälfte der Teilnehmer saß in einem Raum, der mit einem dezenten Kaffeeduft erfüllt war. Die andere Hälfte saß in einem Raum mit ,neutraler‘ Luft.” Jene Studenten, die während des Tests Kaffee gerochen hatten, schnitten eindeutig besser ab. Mit anderen Worten: Mithilfe von Kaffeeduft lassen sich mathematische Aufgaben leichter lösen.

Discounter verdrängen Naturkostläden

Vor allem Handelsketten wie Edeka und Rewe und Discounter wie Aldi oder Lidl profitieren vom Bio-Boom, während immer mehr Naturkostläden um ihr Überleben kämpfen müssen. Zwar greifen immer mehr Verbraucher zu Bio-Produkten, deren Anteil an den Ausgaben für Lebensmittel sich in den vergangenen fünfzehn Jahren verdreifacht hat, zwei Drittel des Umsatzes landeten jedoch schon heute in den Kassen von Supermärkten und Discountern, wie Spiegel Online herausgefunden hat.

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Milch und Milchersatz

„5 Dinge, die du über Milch wissen solltest”, hat Britta Sieling für die „Welt” aufgeschrieben. Ob Biomilch wirklich gesünder ist, was genau laktosefrei bedeutet und wann es sich lohnt, auf pflanzlichen Ersatz umzusteigen, erfährt man in nur vier Minuten, die man für das Lesen ihres Artikels benötigt.

Rückrufaktion

Eine der beliebtesten Eissorten musste Langnese aus den Läden zurückrufen, weil in einzelne Packungen seines Schokoladeneises Viennetta Teile von Haselnüssen geraten waren, die Allergiker gefährden könnten. „Betroffen seien alle Packungen der Eissorte, auf denen das Mindesthaltbarkeitsdatum 02.2020 steht, dazu an der Seite der Code L8047BA004 und dahinter eine Uhrzeit zwischen 11 und 12 Uhr”, teilte der Langnese-Produzent Unilever dazu mit.

Presseinformation-Unilever

Zu guter Letzt

Nahezu alle Eisdielen greifen bei ihrem Sortiment auf Tiefkühlkost zurück. Nicht selten stammte das Eis vom Vortag und wurde durch Kühlung künstlich frischgehalten, haben angeblich Verbraucherschützer herausgefunden, wie Der Postillon mitteilt. In vielen Fällen hätten sich die Eisverkäufer nicht einmal die Mühe gemachte, ihre Ware ordentlich aufzutauen, bevor sie an den Kunden weitergereicht wurde. Ein Skandal allererster Güte: „Teilweise waren die Kugeln beim Servieren noch in der Mitte gefroren.”