Go, Amazon, go!

Unser Beitrag über den stationären Supermarkt des Online-Versandhandels Amazon hat eine Diskussion darüber angestoßen, wie der Einkauf sich künftig gestalten lässt. Klaus Klische hat sich den Laden in Seattle angesehen — und war sehr angetan.

Aus der Sicht des Gastro-Vision-Gründers gehe es bei amazon go nicht allein darum, ob man nur noch verpackte Lebensmittel erwerben könne, sondern auch um die Systematik, wie sich künftig der Einkauf gestalten lasse. „Und da ist ein Einkaufen ohne Schlange an der Kasse einfach wegweisend.” Nachdem man sich eine App runtergeladen habe, könne man ohne jegliche Berührung mit einer Kasse einfach aus dem Laden marschieren. Voraussetzung sei nur ein Amazon Account, mit dem die App verbunden ist.

Grab and go

Keine Warteschlangen mehr an der Kasse — einfach aus dem Laden marschieren

„Tausende von Sensoren erkennen, was man aus dem Regal nimmt und in die Einkaufstasche legt (nicht mal in einen Korb, es kann die eigene mitgebrachte Tasche sein). Und ich gehe fest davon aus, das Amazon bereits an Lösungen arbeitet, wie man zukünftig auch ,lose‘ Waren berechnen kann, zum Beispiel über eine Wagenanbindung, die dann das individuell abgewogene Gemüse oder Obst berechnet. Also nix mehr mit Kunststoff.”

Die Zeit, die man an der Kasse spart, könnte der Kundenberatung zugute kommen

Und es gibt sie doch — Mitarbeiter, die den Kunden beraten

Auch den Einwand, dass es keine Verkäufer mehr gibt, an die man sich wenden könne, hält er für überbewertet: „Wer heute in einen deutschen Supermarkt geht, findet doch kaum noch einen Menschen, der einem etwas zu der Ware sagen kann.” Entweder hätten Mitarbeiter gar nicht das Wissen, um Kunden beraten zu können, oder sie seien schlichtweg nicht da. Zudem werde es in der Zukunft noch schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. „Wenn dann für die Kasse niemand mehr benötigt wird, nimmt das einiges von dem Druck und ermöglicht es gegebenenfalls, sich Zeit für den Kunden zu nehmen.”

Datenschutz

Der Kunde wird extrem transparent, aber …

Der gläserne Kunde

Interessant sei allerdings auch das Thema Datenschutz. „Der Kunde wird natürlich extrem transparent. Amazon hat durch diese Form des Einkaufs wirklich jede Information über das Einkaufsverhalten und die Produkte, die der einzelne Kunde kauft. Aber, und da muss man auch ehrlich mit sich selbst sein: die hat heute schon jeder Online-Anbieter und jeder Herausgeber von Kunden- oder Kreditkarten.” Konsequenterweise müsste man auf sämtliche dieser Einkaufsmöglichkeiten verzichten, wenn man damit ein Problem habe.