Just grab and go

In Seattle hat der Online-Versandhändler Amazon ein Geschäft für Lebensmittel eröffnet, das ganz ohne Verkäufer und Kassierer auskommt. Sieht so die Zukunft des Einzelhandels aus?

In den Kühlregalen von amazon go auf der 7th Avenue von Seattle stehen hochwertige Käse-, Fleisch- oder vegane Produkte, auch aus der Region. Und auch sonst bietet der Laden so ziemlich alles an, was man zum Frühstück, zum Lunch oder zum Dinner benötigt. Und das Beste ist: Wer es eilig hat, muss nirgendwo anstehen, weder an der Fleischtheke noch an der Kasse — „just grab and go!”

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Bezahlen kann man an der vollautomatischen Kasse auch mit seinem deutschen Amazon-Account, und auf dem Einkaufsbon wird sogar die Zeit vermerkt, die man für den Einkauf benötigt hat. Schneller geht’s nicht.

Ähnliche Versuche, Personal einzusparen oder ganz darauf zu verzichten, gibt es bereits in Deutschland, zum Beispiel bei Rewe. Doch ist das die Lösung aller Probleme?

Werden wir schon bald unsere Lebensmittel nur noch in Geschäften einkaufen, in denen alles hübsch verpackt und eingeschweißt ist, aber in denen man nichts mehr anfassen kann, um die Qualität einer Ware zu überprüfen? In denen kein Obst mehr offen ausliegt, kein Gemüse und kein Käse, den man auch riechen kann? Und in denen man niemanden mehr nach der Herkunft eines Produkts fragen kann, ob etwas fair gehandelt oder nachhaltig produziert wurde? Oder wo man sich mit einer Verkäuferin sogar mal über ein Rezept austauschen könnte?

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Amazon, we need to talk. Deine schöne neue Welt ist zwar effektiv, aber auch seelenlos. Und das kann doch wohl kaum die Zukunft des Einzelhandels sein, oder?