Die besten Kochbücher der Welt

Wer sagt denn, dass gute Kochbücher nur von großen Verlagen veröffentlicht werden —  bei der Vergabe der Gourmand World Cookbooks Awards in China wurden auch Kleinverleger und Selfpublisher mit dem  Oscar der Kochbuch-Branche ausgezeichnet.

Verena Scheidel und Manuel Wassmer dürfen ihr Buch Schwarzwälder Tapas 2 nun mit einem Aufkleber bewerben — „Gourmand Best in the World“. Honoriert wurde damit nicht nur ihre „unbändige Lust für Neues, die professionelle Herangehensweise und die Neuinterpretation der Schwarzwälder Küche im Tapas-Format”. Auch die autodidaktische Umsetzung, ihre Rezept-Ideen, die Food-Fotografie und die grafische Gestaltung gefielen der Jury so sehr, dass sie dem Werk der Schwarzwälder Hobbyköche den begehrten Preis verliehen. Das war zuletzt dem Drei-Sterne-Koch Dieter Müller vor 18 Jahren gelungen.

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Auch sonst dominierten Selfpublisher und kleine Verlage die Gourmand World Cookbooks Awards. Saskia Zimmermann wurde für ihr selbst produziertes Kinderkochbuch Sarap, Sarap in der Kategorie Children mit einem Oscar der Kochbuch-Branche ausgezeichnet. Astrid Schmitts Moderne Platten und Häppchen belegten in der Kategorie „Best Woman Chef“ den ersten Platz. Als bestes Kochbuch der skandinavischen Küche wurde Renate Kissels und Ulrich Trieps kulinarischer Reiseführer Zu Gast auf Island ausgezeichnet. Und für die russische Auflage ihres Werks Verführerisches Zypern gewannen die Frankfurter Herausgeberin Marianne Salentin- Träger und ihr Team erneut den „Best in the World Cookbook Award“, dieses Mal in der Kategorie Translation. Damit honorierte die internationale Fachjury des 1995 von Edouard Cointreau erstmals initiierten Wettbewerbs auch Kochbücher, die nicht in einem großen Verlag erschienen sind und mit aller Macht in die Buchläden gepusht werden.

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Eine internationale Experten-Jury hatte zuvor die Gewinner auf nationaler Ebene ermittelt. Beworben hatten sich Autoren und Verlage aus 211 Ländern mit tausenden von Büchern, von denen es nur wenige ins Finale schafften, darunter auch der TV-Koch Steffen Henssler und Verlage wie Matthaes mit vier, Hadecke und Heel mit jeweils drei und GU, Michael Fischer und Neue Umschau mit jeweils zwei Nominierungen. Leer ausgingen in China hingegen der Suhrkamp Verlag mit Ursula Heinzelmanns „Monsieur Vuong”, Taschen mit Salvador Dalis „Dinners mit Gala” und Rowohlt mit Renate Bergmanns „Das kann man doch noch essen”.

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Ihre Eindrücke von den Gourmand World Cookbook Awards im chinesischen Yantai schildert Saskia Zimmermann im Blog ihrer Autorenhomepage.