Aktuelle Wochenschau

Donald Trump und Kim Jong Un hatten ein fantastisches Essen. Die Foo Fighters haben einen neuen Wein-Sommelier. Dr. Oetker ruft Frauen dazu auf, ihre Männer glücklich zu backen. Eine schwäbische Brennerei wird von schottischen Whisky-Produzenten verklagt. Light-Getränke belasten das Trinkwasser. Anthony Bourdain ist tot. Die Münchner Polizei hat fachgerecht eine Avocado entsorgt. Madeleine Marx leitet künftig das Hotel in der Elbphilharmonie. Und Bruce Dickinson von Iron Maiden mag kein Kölsch. Die Woche im Überblick.

Wenn US-Präsident Donald Trump nicht nur twittern würde, sondern auch ein Facebook-Profil hätte, könnte er jetzt seinen Status ändern: … ist in einer Beziehung mit Kim Jong Un. Bei ihrem fantastischen Date im luxuriösen Capella-Hotel in Singapur gab’s als Vorspeise einen fantastischen Krabbencocktail mit Avocadosalat und als Hauptgericht ein fantastisches Grüne-Mango-Kerabu mit Honig-Limetten-Dressing und frischem Oktopus sowie Oiseon, ein fantastisches koreanisches Gericht mit gefüllter Gurke. Wahre Liebe geht eben durch den Magen.

Dave Grohl und der neue Sommelier der Foo Fighters

Dave Grohl und der neue Sommelier der Foo Fighters

Come as you are

Auf ein Glas Wein verabredete sich hingegen Dave Grohl mit seinen Fans beim einzigen Deutschland-Konzert seiner Band Foo Fighters in Hamburg. Der Gitarrist und ex-Schlagzeuger von Nirvana hatte das Weinhaus Gröhl im Hamburger Stadtteil Eppendorf zufällig vom Auto aus entdeckt und erschien tags darauf tatsächlich noch, nachdem der Geschäftsführer Holger Bracker seinen Fans bereits einen Wein aufs Haus ausgegeben hatte. Eine bessere Gratis-PR kann sich ein Weinladen wohl kaum wünschen. Ob Dave Grohl den Wein, der an die Fans ausgeschenkt wurde, auch bezahlt hat, ist nicht bekannt.

Hommage an die 50er Jahre — Anzeige von Dr. Oetker

Hommage an die 50er Jahre — Anzeige von Dr. Oetker

Zweite Liebe

Empört reagierte „das Netz” auf eine Anzeige von Dr. Oetker zur Fußball-WM in Schweizer Medien, in der Frauen dazu aufgerufen wurden, ihren Mann glücklich zu backen — „auch wenn er eine zweite Liebe hat”. Offenbar hatte man im Hause Dr. Oetker nicht damit gerechnet, dass man den Backspezialisten Sexismus vorwerfen könnte — und dass Frauen, die in der Alpenrepublik immerhin schon seit 1990 (!) wählen dürfen, dagegen aufbegehren. Wie hieß es 1955 doch noch gleich im Ratgeber für eine gute Ehefrau: „Sorgen Sie dafür, dass Ihr Zuhause ein Ort voller Frieden, Ordnung und Behaglichkeit ist, wo Ihr Mann Körper und Geist erfrischen kann. Beklagen Sie sich nicht, wenn er die ganze Nacht ausbleibt. Nehmen Sie dies als kleineres Übel, verglichen mit dem, was er vermutlich tagsüber durchgemacht hat.”  Denn „eine gute Ehefrau weiß stets, wo ihr Platz ist” — am Herd.

Glen Buchenbach

Die Waldhornbrennerei wird von schottischen Whisky-Produzenten verklagt

David gegen Goliath

Der Rechtsstreit um den schwäbischen Whisky Glen Buchenbach wurde vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) derweil an das Landgericht Hamburg zurückverwiesen, das nun darüber zu entscheiden hat, ob der „Durchschnittsverbraucher unmittelbar an Scotch Whisky denke, wenn er Glen lese“. Die kleine Brennerei wird von der Scotch Whisky Association (SdWA) verklagt, weil sie das gälische Wort Glen seit Jahren für ihren schwäbischen Whisky nutze und somit eine geschützte geografische Angabe für Scotch Whisky verwende. Die Waldhornbrennerei ist sich jedoch keiner Schuld bewusst, da sie mit dem Wort Glen auf das Buchenbachtal verweise, das sich durch die Gemeinde Berglen zieht. Darauf einen doppelten Scotch.

Ungesüßtes Wasser von Viva con Agua

Umweltfreundlich — Wasser von Viva con Agua

Süßwasser

Light-Getränke und die darin enthaltenen chemischen Süßstoffe belasten erheblich das Trinkwasser. Wenn der Verbrauch von Süßstoffen nicht eingeschränkt werde, leide darunter nicht nur die Qualität des Wassers, dem Verbraucher entstünden auch höhere Kosten durch eine aufwendigere Aufbereitung des Trinkwassers. Nathalie Leroy, die Geschäftsführerin von Hamburg Wasser, fordert deshalb in Welt kompakt ein „Umdenken in der Gesellschaft” und appelliert an Getränkeproduzenten, den Zuckerersatz Acefulsam-K durch das pflanzliche Süßungsmittel Stevia auszutauschen.

41GRRbc445L._SX312_BO1,204,203,200_

R.I.P. Anthony Bourdain

Wegen der Nachahmerquote nach Selbsttötungen berichtet die Süddeutsche Zeitung in der Regel nicht über Suizide. Bei Anthony Bourdain, der sich in einem Hotel in der Nähe von Straßburg am vergangenen Freitag das Leben nahm, machte sie aber eine Ausnahme. Denn „der Koch, der als Weltreisender in Sachen Essen weltbekannt wurde”, hat auch mit seiner „begeisterten Ethnologie der schlichten, aber guten und originellen Küche an den Straßenrändern von Bangkok bis Baku auch die deutsche Esskultur inspiriert”. Wer seine „Geständnisse eines Küchenchefs” noch nicht gelesen hat, sollte dies nun tun — ihm zu Ehren, aber auch, weil es eins der besten Bücher über die Arbeit von Köchen überhaupt ist.

Terroristische Avocado

In München wurde eine Avocado fachgerecht entsorgt, nachdem eine Kundin in einem Geschäft die verdächtige Frucht entdeckt und die Polizei alarmiert hatte. „Kurz nach dem Eintreffen der Polizeibeamten war jedoch schnell klar erkennbar, dass es sich um eine ungefährliche Avocado handelt, in die ein Draht gesteckt worden war“, teilte das herbeigeeilte Sprengstoffkommando der Welt mit. Gemäß dem neuen bayrischen Polizeigesetz dürfen Avocados auch verhaftet werden, bevor sie ein Verbrechen begangen haben.

Madeleine Marx

Madeleine Marx im Inner Circle der Gastro Vision 2016

Herzlichen Glückwunsch!

Wie die AHGZ berichtet, wird Madeleine Marx zum Jahresende General Manager des Hotels The Westin in der Hamburger Elbphilharmonie. Marx hatte ihre Karriere 1980 als Azubi im Hotel Vier Jahreszeiten gestartet und leitet aktuell das Scandic Hamburg Emporio.

Iron Maiden

Premium-Bier von Iron Maiden

Zu guter Letzt

Bruce Dickinson, Sänger der englischen Heavy-Metal-Band Iron Maiden, mag kein Kölsch, weil er „dieser Plörre” schlimme Kater zu verdanken habe. Dem „Playboy” gegenüber äußerte er sein Unverständnis, „wie man sich das freiwillig durch den Hals jagen kann, wo es in Deutschland so wunderbare Biere gibt”. Weizenbiere und Pils seien hingegen „ehrliche Biere, die dir nach dem fünften Glas nicht vorgaukeln, dass du sechs weitere verträgst”.

 

Foto Donald Trump und Kim Jong Un: The White House (Shealah Craighead) / Facebook