Marktlücke ganze Bohne

Mit Aktionspreisen für Filterkaffee forcieren Supermarktketten die Monopolisierung des Kaffeemarktes. Teure Kaffeevollautomaten sorgen aber in Deutschland dafür, dass es auch künftig kleinere Anbieter gibt.

In den Neunzigerjahren klagten Plattenfirmen darüber, dass Mediamärkte Schallplatten und CDs unter dem Einkaufspreis anboten, um damit Kunden anzulocken und ihnen Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Fernseher zu verkaufen. Einzelhändler wie Plattenfirmen standen damals dieser Preispolitik machtlos gegenüber, die schließlich dazu führte, dass immer mehr Plattenläden schließen mussten und Musik zu einer schnöden Ware verkam, die ihren einstigen Stellenwert längst eingebüßt hat.

Gute Zeiten für Nischenprodukte dank Vollautomaten

Gute Zeiten für Nischenprodukte dank Vollautomaten

Ähnliches passiert aktuell auf dem Kaffeemarkt. Fast 60 Prozent der Kaffeekonsumenten bevorzugen in Deutschland Filterkaffee, nicht zuletzt, weil Supermarktketten die Kunden mit günstigen Aktionspreisen locken, damit sie sich bei ihnen mit weiteren Waren eindecken. Allerdings ist der Verkauf von Filterkaffee weiterhin rückläufig, jeder vierte Kunde greift bereits zu ganzen Bohnen, Tendenz steigend. Und weil die Verbreitung von Kaffeevollautomaten mit 24 Prozent hierzulande besonders hoch ist, wird dem Kaffeemarkt wohl ein Schicksal, wie es die Musikbranche erlitten hat, erspart bleiben. „Es sind die Besitzer teurer Kaffeemaschinen, die die ganze Bohne nachfragen”, konstatierte der deutsche Lavazza-Chef Oliver Knop eben erst in der Welt kompakt. Denn der Besitz eines Vollautomaten sei auch „ein Statement für bewusstes Genießen”.

Le Piantagioni del Caffe auf der Gastro Vision 2018

Le Piantagioni del Caffe auf der Gastro Vision 2018

Profitieren dürften davon künftig auch kleinere Anbieter von Premium-Kaffeebohnen wie G.C. Breiger, Le Piantagioni del Caffe, Caffè Chicco d’Oro oder Café las Flores.