Aktuelle Wochenschau

Frankreich verbietet Plastikgeschirr. Nestlé senkt den Grundwasserspiegel. Lidl wird wegen Verletzung des Patentrechts verklagt. Joe Oehler tun die Finger weh. Und Buchungsportale veröffentlichen eine fragwürdige Studie. Die Woche im Überblick.

Als erstes Land verbietet Frankreich den Verkauf von Plastikbechern und -besteck. Die Maßnahme soll die Hersteller von Plastikgeschirr zwingen, ihre Produktion bis 2020 auf biologisch abbaubares Geschirr umzustellen. Pack2Go, ein Herstellerverband von Service- und Convenience-Verpackungen, macht jedoch schon jetzt dagegen mobil und droht, gerichtlich dagegen vorzugehen, weil es Europäisches Recht verletze. Höchste Zeit also, Plastikgeschirr EU-weit zu verbieten.

Mit Viva con Agua gegen den Nestlé-Irrsinn

Viva con Agua statt Nestlé-Irrsinn!

Stoppt den Wasser-Irrsinn!

Weil der Nestlé-Konzern im französischen Vittel jährlich eine Million Kubikmeter Mineralwasser abpumpt, sinkt der Grundwasserspiegel jährlich um 30 Zentimeter — und den Dorfbewohnern geht das Trinkwasser aus. Am öffentlichen Brunnen dürfen sie „höchstens 6 Flaschen pro Tag“ abfüllen, im Sommer müssen sie sogar per Tanklaster mit Wasser versorgt werden. Eine 12 Kilometer lange und 50 Millionen Euro teure Pipeline soll das Problem nun lösen – allerdings nicht auf Kosten von Nestlé, finanziert werden soll sie aus Steuergeldern. Der Verein Rettet den Regenwald ruft deshalb per Petition zum Stopp des Wasser-Irrsinns auf.

Veggie Drink(s) Maker

Wegen Verletzung des Patentrechts muss sich der Discounter Lidl demnächst vor einem Gericht in der spanischen Provinz Valencia verantworten. Der Unternehmer Andoni Monforte wirft Lidl vor, seinen Veggie Drinks Maker, mit dem sich vegane Milch herstellen lässt, exakt nachgebaut zu haben und ihn als „Ernesto — Veggie Drink Maker” für ein Zehntel des Preises, statt 40 Euro für 4,99 – 9,99 Euro anzubieten. In der taz beschwert sich Monforte: „Während wir die Entwicklungskosten umlegen müssen und alles in Spanien und Frankreich produzieren, ist das Lidl-Gerät aus billigerem Material und kommt aus China.“

Bonus-Schmerzen

Joe Oehler, dem Geschäftsführer der Einkaufsgesellschaft progros, tun noch immer die Finger weh, nachdem er Schecks in Höhe von 2,3 Millionen Euro unterschrieben hat, die als Bonusausschüttung an mehr als 700 Hotels versandt wurden. Die ermittelten Bonuszahlungen reduzieren neben den direkten Einsparungen zusätzlich die Einkaufskosten der Hotels. Der Scheck für ein Einzelhotel mit dem höchsten Betrag als Bonuszahlung lag in diesem Jahr bei 32.000 Euro.

Joe Oehler und Peggy Rosche bei ihrer Lieblingsbeschäftigung

Joe Oehler und Peggy Rosche bei ihrer Lieblingsbeschäftigung

Zu guter Letzt

Einer Studie der European Technology and Travel Services Association (ETTSA) zufolge ist die Buchung eines Hotelzimmers über ein Buchungsportal nicht teurer, als wenn man es direkt bucht. Was anderes hätte man von dieser Studie aber auch nicht erwarten dürfen, gehören der ETTSA doch vor allem große Buchungs- und Reiseportale wie Booking.com, Expedia, Odigeo, Amadeus und Sabre an.