Aktuelle Wochenschau

Kaffeebohnen steigern ihren Marktanteil. Starbucks will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Das Wiesn-Bier wird noch teurer. Die Weltgesundheitsorganisation fordert Mindestpreise für Alkohol. Beim World Beer Cup dominierten die USA. Gruner + Jahr bringt ein neues Food-Magazin an die Kioske. Und die Stuttgarter Speisemeisterei musste Insolvenz anmelden. Die Woche im Überblick.

Wie bereits im Vorjahr, trank jeder Deutsche auch 2017 durchschnittlich 162 Liter Kaffee. Mit fast 60 Prozent lag Filterkaffee erneut vorne, obwohl sein Absatz um 4,5 Prozent zurückging. Ganze Bohnen konnten ihren Marktanteil um 12 Prozent auf nunmehr rund 25 Prozent steigern. Und auch Kapseln wurden 4 Prozent mehr nachgefragt und liegen jetzt bei 5,8 Prozent. Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbands, in der AHGZ: „Verbraucher bevorzugen zunehmend ganze Bohnen, die erst kurz vor dem Brühvorgang frisch gemahlen werden und eine unkomplizierte Zubereitung.”

Nestlé kauft ein bisschen Starbucks

Für fast 6 Milliarden hat die Kaffeehauskette Starbucks die weltweiten Vermarktungsrechte ihrer Produkte an den Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé verkauft. Die 28.000 Starbucks-Filialen sind in dem Deal allerdings nicht enthalten.

Ganze Bohnen verdoppelten ihren Marktanteile

Ganze Bohnen verdoppelten ihren Marktanteil

11 Euro für ein Wiesn-Bier

Weil die Stadt München ihre Umsatzpacht drastisch erhöhen will, werden die Bierpreise auf dem Münchener Oktoberfest wohl erneut angehoben. Die Pacht war im vergangenen Jahr nach Anschlägen in Paris und Brüssel erstmals erhoben worden, um die Sicherheit der Wiesn-Besucher gewährleisten zu können. Eine Maß Bier wird somit deutlich über 11 Euro liegen.

Mindestpreise für Alkohol

Das dürfte zumindest Vladimir Poznyak von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) freuen. Weil der Alkoholkonsum in Deutschland mit 11,4 Litern reinen Alkohols über dem europäischen Durchschnitt (10,9 Liter) liegt, empfiehlt der WHO-Berater für Suchtmittelmissbrauch die Einführung von Mindestpreisen wie in Schottland. Dort kostet ein halber Liter Bier mit vier Prozent Alkohol mindestens 1,13 Euro. Angesichts eines solchen Schnäppchenpreises dürften deutsche Biertrinker wohl gegen seinen Vorschlag nichts einzuwenden haben.

America first

Beim World Beer Cup in Nashville, Tennessee, räumten die USA kräftig ab und gewannen 242 Medaillen, während deutsche Biere nur neun Mal prämiert wurden. Der Jurorin Andrea Kalreit zufolge stammten allerdings nur 3 Prozent der teilnehmenden Brauereien aus Deutschland, was auch dem Medaillenanteil entsprach. Außerdem hatten viele Großbrauereien an dem Wettbewerb nicht teilgenommen und bei bestimmten Bierstilen hatten deutsche Brauer wegen des Reinheitsgebots auf eine Bewerbung verzichtet.

Jever first!

Jever first!

Eat to the Beat

Eben erst stellte der Verlag Gruner + Jahr seine Zeitschrift „Deli” ein. Nun bringt er mit B-Eat ein neues Magazin an den Kiosk, das zum neuen kulinarischen und gastronomischen Leitmedium werden soll. Sein Chefredakteur Jan Spielhagen nimmt den Mund jedenfalls sehr voll: „Restaurants sind die neuen Kathedralen und die Köche die neuen Superstars. Dafür haben wir jetzt mit unserer geballten Food-Kompetenz ein Magazin voll Enthusiasmus und echten Typen entwickelt.”

Einsatz am Herd

Die Stuttgarter Speisemeisterei des Restaurant-Retters Frank Oehler („Die Koch-Profis — Einsatz am Herd”), der zuletzt kaum noch am Herd stand, musste wegen Liquiditätsproblemen infolge ausstehender Zahlungen Insolvenz anmelden. Dabei war das Restaurant im ersten Quartal 2018 so umsatzstark wie noch nie in seiner fast zehnjährigen Geschichte. Der Betrieb geht vorerst weiter.Speisemeister

Zu guter Letzt

Einer Meldung der „Mitteldeutschen Zeitung” zufolge hat der Sekt-Marktführer Rotkäppchen-Mumm im vergangenen Jahr weniger Getränke verkauft. Überschrieben wurde die Meldung mit „Rotkäppchen verliert Absatz”. Da hat Rotkäppchen ja noch mal Glück gehabt — wenigstens war es nicht der ganze Schuh.