Schaum oder nicht Schaum, das ist hier die Frage

Ein gutes Bier müsse nicht nur sieben Minuten lang gezapft werden, sondern auch eine Schaumkrone haben, hieß es früher einmal. Heute ist daraus eine Wissenschaft geworden.

Die Geschmäcker sind verschieden, doch in einem sind zumindest deutsche Biertrinker sich einig: Bei einem gut gezapften Bier kommt es auf das „visko‑elastisch‑plastische Yield‑stress-Fluid aus dem Bereich der weichen Materie” an. Wie bitte, was? Na, auf das Dingens, äh, das Dispergens, also darauf, wie ein Gas von Bier umschlossen wird, sodass eine Schaumblase entsteht. Und die Farbe einer Schaumkrone hängt wiederum davon ab, wie dick das Bier ist, das die einzelnen Gasblasen voneinander trennt, und welche Farbe es hat.

GV_20180311_BL_158

Alles klar? Nö! Aber gut, dass der Bierblogger der FAZ mal mit Christoph Neugrodda, einem Diplomingenieur des Lehrstuhls für Brau- und Getränketechnologie in Weihenstephan, darüber gesprochen hat. Denn nun wissen wir, dass Spülmittelreste und Klarspüler, die die Oberflächenspannung herabsetzen, dafür sorgen, dass Schaum schneller abgebaut wird und sich weniger Schaum bildet. Und dass man Biergläser vor dem Einschenken immer mit klarem Wasser ausspülen sollte, um die Oberfläche innen zu glätten und keine zusätzliche Schaumbildung zu erzeugen.

Achten Sie also nächstes Mal, wenn Sie ein Pils bestellen, darauf, ob der Schaum stabil genug ist. Wenn dies nicht der Fall sein sollte,  können Sie es ja mit der Begründung zurückgehen lassen, dass es nicht genügend Nukleationsorte habe. In diesem Sinne: Prost!