Aktuelle Wochenschau

Die Landwirtschaft der USA könnte doppelt so effektiv sein. Supermärkte avancieren in Deutschland zu Edel-Läden. Belgische Mönche sind empört über den Verkauf ihres Biers. Und ein kanadischer Kellner hält seine Kündigung für eine Diskriminierung seiner Kultur. Die Woche im Überblick.

Wenn die Vereinigten Staaten auf Fleisch und Tierprodukte verzichten würden, könnte die Landwirtschaft in den USA doppelt so viele Menschen ernähren als zur Zeit. Das ergab eine Studie des israelischen Weizmann Institute of Science. Die Untersuchung des Ressourcenbedarfs für die Erzeugung von Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch, Milchprodukten und Eiern ergab, dass der Aufwand für Rindfleisch am größten ist. „Auf der Fläche”, so Welt.de, „die man für vier Gramm Rindfleisch benötigt, könnte man 100 Gramm pflanzliche Nahrung mit vergleichbarem Eiweiß- und Kaloriengehalt erzeugen. Die Differenz von 96 Gramm betrachten die Forscher als Verlust durch die Ernährungsweise. Bei Schweinefleisch beträgt dieser Verlust 90 Prozent, bei Milchprodukten 75 Prozent, bei Hühnerfleisch 50 Prozent und bei Eiern 40 Prozent.”

Algenwurst

Make America Great Again — mit Algenbratwürsten statt Barbecues

Vom Supermarkt zum Edel-Laden

Mit einem angenehmeren Ambiente in ihren Läden, dem gezielten Ausbau ihres Warenangebots und dem Verkauf von Markenartikeln wollen die Discounter Aldi und Lidl erreichen, dass ihre Kunden ihre gesamten Einkäufe bei ihnen erledigen und keine anderen Supermärkte mehr aufsuchen. Weshalb Edeka und Rewe nun ebenfalls aufrüsten und mit angeschlossenen Cafés und Restaurants locken. Mancherorts können Kunden zusehen, wie ihr Brot gebacken oder Fisch geräuchert wird. Und in Düsseldorf wirbt ein Edeka-Supermarkt mit einer Champagnerbar, einer Schokoladen- und Pralinenproduktion, einem vegetarischen Restaurant, einem auf japanisches Kobe-Fleisch spezialisierten Grill und einer italienischen Bäckerei. In der WirtschaftsWoche widerspricht Marktleiter Heinz Zurheide entschieden jedem Verdacht, „Otto Normalverbraucher“ sei in seinem Einkaufstempel nicht willkommen. Im Markt gebe es schließlich nicht nur weißen Trüffel aus dem Piemont, sondern auch Produkte der Preisklasse „Gut und Günstig“. Zurheide: „Wir machen einen Markt für jedes Portemonnaie. Nur mit High-End-Artikeln können Sie so einen Markt nicht betreiben.“

Edel, edler, Edeka?

Edel, edler, Edeka?

Das beste Bier der Welt

Weil eine niederländische Supermarktkette „das beste Bier der Welt” zum Flaschenpreis von 9,95 Euro verkauft hat, sind die Brauer von „Westvleteren”, die Mönche des belgischen Trappistenklosters Sankt Sixtus, stinksauer. Zuvor hatte man es nämlich nur direkt am Kloster kaufen können, und das auch nur nach einer telefonischen Reservierung, der Angabe seines Autokennzeichens und der Vereinbarung eines Abholtermins. Je nach Sorte, die es gerade gab, kostete ein Kasten mit 24 Flaschen zwischen 35 und 45 Euro. Und um den Weiterverkauf zu unterbinden, konnten glückliche Kunden, die maximal zwei Kisten kaufen durften, sich erst nach 60 Tagen mit Nachschub eindecken. Der erhöhte Preis, zu dem ihr Bier in den Niederlanden an einem Aktionstag verkaufte wurde, verstoße gegen ihre ethischen Standards und Werte, berichtete die Frankfurter Allgemeine in ihrem „Blog zum Bier”, weil die Trappisten von Westvleteren keine Gewinnmaximierung anstrebten, sondern immer nur so viel Bier produzierten, wie für den Lebensunterhalt des Klosters notwendig sei. Die Supermarktkette beteuerte daraufhin, die Aktion nicht zu wiederholen, wies aber auch darauf hin, dass die Begeisterung der Kunden groß gewesen sei.

Zu guter Letzt

… und dann war da noch Guillaume Rey, ein Kellner, der von einem kanadischen Restaurant entlassen wurde, weil er sich seinen Kollegen gegenüber „aggressiv, unhöflich und respektlos“ verhalten hatte, wie Spiegel Online mitteilt. Rey zog daraufhin vor das Tribunal für Menschenrechte der Provinz British Columbia, weil die Kündigung eine Diskriminierung seiner Kultur sei. Er sei eben nur wegen seiner „direkten, ehrlichen und professionellen Persönlichkeit“ gefeuert worden, argumentierte der Kellner, die er in der französischen Hotelbranche gelernt habe: „Ich bin nicht unhöflich, sondern Franzose.”