Aktuelle Wochenschau

Wie viele Touristen verträgt St. Pauli? Was erleben Zimmermädchen bei ihrer Arbeit? Warum sind Sherry und der gute alte Lufthansa-Cocktail wieder angesagt? Und wieso wird auch eine Verletzung bei einem Grillfest als Arbeitsunfall anerkannt? Die Fragen der Woche im Überblick.

Die Anzahl der Kioskbetriebe in St. Pauli hat sich in den letzten zehn Jahren verfünffacht. Obwohl ihr Kerngeschäft aus dem Abverkauf von Alkohol besteht, unterliegen sie aber nicht den gleichen Auflagen wie Bars, Kneipen und Restaurants,
die Toiletten vorhalten, den Brandschutz beachten und Schallschutzmaßnahmen nachweisen müssen. Die Folgen sind dramatisch: Um gastronomische und kulturelle Betriebe herum siedeln sich immer mehr Trinkkioske parasitär an, sodass das sogenannte Cornern zu Massenansammlungen von mehreren 100 Personen führt, die bis in die frühen Morgenstunden feiern und St. Paulianer nicht schlafen lassen.
St. Pauli ist neben aller Gastfreundlichkeit und Amüsierkultur aber nicht nur ein Ort, an dem jeder die Sau rauslassen kann, sondern auch ein Stadtteil, in dem nach wie vor Leute wohnen. Weshalb sie unter dem Motto „Save St. Pauli” Ende Februar auf die Straße gegangen sind: „Wenn die letzte Bar, der letzte Club geschlossen ist, werdet ihr merken, dass am Kiosk die Kultur am Ende ist.”
Darüber, wie viele Touristen St. Pauli verträgt, wird am 13. März auch im Reeperbahn-Talk der Gastro Vision diskutiert.

Save St. Pauli

Save St. Pauli

Handtücher in der Mikrowelle

Auf der Internetplattform Reddit haben Zimmermädchen ihr Herz ausgeschüttet und berichtet, was sie alles schon bei ihrer Arbeit erlebt haben: Gäste, die ihre Handtücher in der Mikrowelle trocknen, in einem Nichtraucher-Hotel ein „Buschfeuer” legen oder die Toilette mit ganzen Rollen verstopfen, weil ein Zimmermädchen keinen Sex mit ihnen haben wollte. In Australien wurde sogar schon mal eine Pistole unter dem Bett gefunden, deren Besitzer aber nicht ermittelt werden konnte, weil das Zimmer nur alle sechs Monate sauber gemacht wurde.

Das Comeback des Sherry

Eine kleine Renaissance erlebt zur Zeit Sherry dank des Retro-Trends und weil die Nachfrage nach weniger alkoholhaltigen Cocktails gestiegen ist. Verglichen mit Spirituosen fällt der Sherry mit seinen 15 bis 18 Prozent geradezu „schlank” aus. Vor allem einem jüngeren Publikum, das auf der Suche nach individuellen, einzigartigen Drinks sei, biete man mit der ungewohnten Sherry-Aromatik das Besondere, glaubt der Barmixer Thomas Weinberger auf Spiegel Online.

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There’s no better way to drink

Wiederentdeckt wurde auch der Lufthansa-Cocktail, der in den Fünfzigerjahren auf Flügen nach Berlin ausgeschenkt wurde. Die Spreewood Distillers sicherten sich die „Betriebsrechte” an dem einst von Mampe abgefüllten „Aperitif on board” und bieten ihn seit kurzem wieder in ihrem Online-Shop an, im Interview mit Foodbarn hofft Steffen Lohr aber, dass auch die Lufthansa ihn demnächst wieder ihren Gästen serviert.

Zu guter Letzt

Wer sich auf einer Grillparty seines Arbeitgebers in volltrunkenem Zustand verletzt, kann dies als Arbeitsunfall deklarieren. Das entschied das Dortmunder Sozialgericht, nachdem die Berufsgenossenschaft die Verletzung einer Arbeitnehmerin nicht anerkannt hatte, weil die Dame zwei Promille intus hatte. Der Grillabend, so das Gericht laut Spiegel Online, sei aber eine Betriebsgemeinschaftsveranstaltung gewesen — und damit eine versicherte Tätigkeit. Außerdem habe man „am Rande der Veranstaltung” auch über Firmenthemen gesprochen und das Unternehmen habe ausdrücklich die betriebliche Verbundenheit und den Kontakt der Kollegen untereinander fördern wollen. Auch dass die Klägerin volltrunken war, sei kein Grund, den Sturz nicht als Arbeitsunfall anzuerkennen, weil sie die versicherte Tätigkeit noch ausüben konnte. An dem Beisammensein in geselliger Runde habe sie auch mit knapp zwei Promille noch teilnehmen können. In diesem Sinne: Prost!

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