Aktuelle Wochenschau

Rundumschlag gegen Gemüse. Edeka boykottiert Nestlé.  15 Projekte, die zu gut für die Tonne sind. Was macht eigentlich Mark Korzilius? Und warum die Polizei von Düren Ihre Hilfe benötigt. Die Woche im Überblick.

Gemüse ist zweifellos gesund. Die Softwareentwicklerin Anne Schüßler konnte all das Gehudel, das darum betrieben wird, jedoch nicht mehr hören und beschimpfte in der taz die Artischocke als „Disteldiva”, Brokkoli als „Opportunistengemüse” und Rucola als „das Arschgeweih unter den Salaten”. Lauch? „Hat eine alberne Frisur.” Kohlrabi? International so irrelevant, dass es noch nicht mal einen ordentlichen englischen Begriff dafür gibt. Blumenkohl? Sieht eher wie ein Gehirn aus und nicht wie eine Blume — Mogelpackung! Erbsen? Unspektakuläres Gemüse, „aber direkt 300 Stück davon!” Spargel? „Stellt sich an beim Wachsen, stellt sich an bei der Ernte, stellt sich an beim Schälen. Zum Dank bekommt man labbrige, blasse Stängel und Penisassoziationen. Ja vielen Dank auch!“

Hey, Paprika! „Wie peinlich ist es eigentlich, getrocknet und pulverisiert beliebter zu sein als frisch.”

Hey, Paprika! „Wie peinlich ist es eigentlich, pulverisiert beliebter zu sein als frisch?”

Alles nur eine Frage des Preises

Zuerst die gute Nachricht: Edeka boykottiert 163 Produkte des globalen Nahrungsmittelherstellers Nestlé wie Maggi, Thomy und Nescafé. Und nun die schlechte Nachricht: Edeka führt diese Produkte — vorübergehend – nicht mehr, weil Nestlé in wasserarmen Gegenden Wasser abpumpt und es der einheimischen Bevölkerung teuer verkauft, sondern weil Nestlé sie der Konkurrenz zu günstigeren Konditionen verkauft. Wie schön, dass es da auch noch Getränkehändler wie Marco Grözinger aus dem schwäbischen Ostelsheim gibt, der Nestlé-Wasser wie Contrex, Perrier, S. Pellegrino oder Vittel nicht mehr anbietet: „Wenn die Menschen aufhören das zu konsumieren, was ihnen die Werbung vorsetzt, könnten wir komplett auf regionale Anbieter setzen. Da weiß ich wenigstens, wo es herkommt.“

Nestlé kommt mir nicht in die Tüte

Nestlé kommt Edeka nicht in die Tüte

Zu gut für die Tonne

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat 15 Projekte für den Bundespreis gegen Lebensmittelverschwendung der Initiative Zu gut für die Tonne nominiert. In der Kategorie Handel schafften es Hieber’s Frische Center, das Foodsharing-Häuschen, Penny,  die Naturgut Helden und SirPlus in die Endauswahl, in der Kategorie Gastronomie Broich Catering & Locations, die Fischkette Nordsee, die Doggybag-Stationen und das Café Raupe Immersatt.
Der Bäcker Dietz, das Projekt Brotbrand, die Gärtnerei Schnelles Grünzeug und
das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft wurden in der Kategorie Landwirtschaft & Produktion nominiert, das Lari-Fari Puppentheater, Johnny & das Müllmonster,
das Regionale Umweltzentrum Hollen, das Projekt „Wirf mich nicht weg!“ und die
Sozialen Betriebe Laufer Mühle in der Kategorie Gesellschaft & Bildung, und auf den Förderpreis können die Crowdbutching GmbH, Deine Ernte und die
DingsDums Dumpling GmbH hoffen. Wir drücken allen Kandidaten die Daumen.

Definitiv zu gut für die Tonne

Definitiv zu gut für die Tonne

Was macht eigentlich Mark Korzilius?

Im vergangenen Jahr gewann Mark Korzilius noch den Förderpreis der Gastro Vision. Seit fünf Monaten baut seine Firma Farmers Cut nun schon in einer Halle am Hamburger Oberhafen Salat an, ohne ihn „halb tot” zu spritzen. Anlass genug für die Süddeutsche Zeitung, dem vertikalen Gewächshaus, das ohne Phosphate, Überdüngung, Gülle, multiresistente Keime und Glyphosat auskommt, ein ausführliches Porträt zu widmen.

Ein in vielerlei Hinsicht visionäres Konzept — Mark Korzilius von Farmers Cut erläuterte täglich den Anbau von Salat mitten in der City

Mark Korzilius von Farmers Cut auf der Gastro Vision 2017

Zu guter Letzt

Die Polizei von Düren sucht fieberhaft nach Dieben, die aus einem Kühlanhänger, der vor einer Gesamtschule parkte, 3 Kilo (!) Mett gestohlen haben. Sachdienliche Hinweise nimmt die Einsatzleitstelle unter der Telefonnummer 02421 949-6425 entgegen.

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