Aktuelle Wochenschau

Bio boomt — nur nicht mehr in Naturkostläden. Pizza ist Kunst. And Sex sells. Die Woche im Überblick.

Die USA sind auch weiterhin der größte Biomarkt der Welt. Fast 40 Milliarden Euro gaben US-Konsumenten 2016 für Biolebensmittel aus, woran Obst und Gemüse mit 40 Prozent den größten Anteil hatten. Die Umsätze mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln haben jedoch auch in Deutschland erstmals die Marke von zehn Milliarden Euro geknackt. Das zeigt der aktuelle Marktbericht Die Bio-Branche 2018 des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Danach kaufen 98 Prozent der deutschen Haushalte mindestens einmal pro Jahr ein Bioprodukt. Damit hat Bio, so Robert Kecskes von der GfK, „eine Käuferreichweite wie Toilettenpapier“.

Verkauft werden fast 60 Prozent aller Bioprodukte mittlerweile in Supermärkten und von Discountern, während Naturkostläden nur noch geringe Wachstumsraten verzeichnen. Vom Bio-Boom profitiert nicht zuletzt auch Rewe, wo die Nachfrage nach Bio-Fleisch mitunter so groß ist, dass die Supermarktkette den Bedarf nicht decken kann.

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Gestiegen ist ebenfalls die Zahl der Landwirte, die ihren Hof wieder ökologisch bewirtschaften. Mittlerweile gibt es fast 30.000 Bio-Bauern, die Anbaufläche vergrößert sich täglich (!) um 500 Fußballfelder, macht aber immer noch nur 8,2 Prozent der gesamten Landwirtschaftsfläche in Deutschland aus. Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD sieht aber eine Verdoppelung der Bioflächen in den nächsten zehn Jahren vor.

Pizza is God

Eine Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum widmet sich ab der kommenden Woche einem Weltkulturerbe der Unesco — der Pizza. Dabei wird nicht nur der gustatorische Wert im Mittelpunkt stehen, die Kuratoren wollen auch die Geschichte der Pizza erzählen und haben den Fokus auf ihre mediale oder hyperreale Version gelegt, um ihr künstlerisches Potenzial  darzustellen. Gezeigt werden u.a. Exponate von John Baldessari, Robert Crumb und Martin Kippenberger. Zur Eröffnung heute Abend sollen im Rahmen einer Performance von Simon Dybbroe Møller Pizzen bei Lieferdiensten bestellt werden, sodass die Lieferanten im Museum aufeinander treffen.

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Sex sells

Eine Top Five aphrodisierender Lebensmittel hat das Online-Portal Foodbarn erstellt. Neben der Kakaobohne, deren aphrodisierende Wirkung bereits von den Azteken geschätzt wurde, und der Vanille, deren Duftstoff den natürlichen Sexuallockstoffen des Menschen entspricht, rät Foodbarn auch zum Verzehr von Sellerie, das schon im Mittelalter als luststeigernd galt, von Fisch, der die Durchblutung und die Mobilität von Spermien fördert, und Granatäpfeln, die anregend wirken und die Potenz steigern. Wenn Sie sich mit diesen Lebensmitteln eindecken, sollten Sie sich also nicht wundern, warum eine kundige Kassiererin plötzlich errötet oder Ihnen einen erfolgreichen Abend wünscht.