Der Gesetzgeber ist gefragt

Jeder zweite Betreiber eines Online-Shops wurde in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal abgemahnt. Das ergab eine Studie über „Abmahnungen im Online-Handel“ von Trusted Shops.
Wenn eine Widerrufsbelehrung auf der Website unvollständig oder veraltet ist, es an einem entsprechenden Formular oder einer Telefonnummer fehlt, mit der man einen Online-Shop kostenlos erreichen kann, muss er damit rechnen, dafür abgemahnt zu werden. Pro abgemahntem Vergehen werden durchschnittlich Kosten in Höhe von 1.300 Euro fällig; bei den Teilnehmern der Studie lagen die durchschnittlichen Kosten einer Abmahnung jedoch bei 4.700 Euro, weil es sich bei ihnen zum Teil um sogenannte Wiederholungstäter handelt.
Für Carsten Föhlisch, den Hausjustitiar von Trusted Shops, zeigt sich damit, dass „die Komplexität der Vorschriften im Online-Handel trotz Musterformulierungen des Gesetzgebers immer noch zu hoch” seien.  Insbesondere die zahlreichen Informationspflichten müssten überprüft und hinterfragt werden.
Seriöse Adresse für eCommerce — Trusted Shops

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Die Hälfte der befragten Händler empfindet die derzeitige Abmahnpraxis als akut existenzgefährdend. Der Unmut richtet sich vor allem gegen Abmahnvereine, deren Tätigkeiten weniger dem fairen Wettbewerb als wirtschaftlichen Eigeninteressen dienten. Den Gesetzgeber sehen sie deshalb in der Pflicht, solche Machenschaften zu verhindern. Ihrer Meinung nach sollten Anwaltskosten limitiert und missbräuchliche Abmahnungen von Gerichten zurückgewiesen werden können.
Um die Solidarität der Online-Shops ist es aber nicht gerade gut bestellt. Denn die Studie von Trusted Shops zeigt auch, dass in jedem zweiten Fall ein Online-Shop von einem Mitbewerber abgemahnt wurde.