Aktuelle Wochenschau

Alkohol fördert Fremdsprachenkenntnisse. Austern sind ein Gradmesser für die Qualität des Meerwassers. Kartoffeln werden trotz Bio-Boom manipuliert. Apfelsaft wird teurer. Food Watch verleiht den „Goldenen Windbeutel”. Obst wird immer öfter vorverpackt. Tomatensaft schmeckt im Flugzeug besser als am Boden. Das Bienensterben hält an. Und Coca-Cola steigert den Gewinn. Die Woche im Überblick.

Einer Studie der Universität Maastricht zufolge, unterhalten wir uns unbeschwerter in einer Fremdsprache, wenn wir zuvor Alkohol getrunken haben. Die Forscher vermuten, dass der enthemmende Effekt von Alkohol dafür verantwortlich sein könnte, weil wir dann weniger Angst hätten, etwas falsch auszusprechen. Gereicht wurde den Teilnehmern an der Studie allerdings nur ein halber Liter Bier, sodass offen blieb, ob ein höherer Alkoholkonsum auch dazu führt, dass wir nach einer Flasche Bordeaux perfekt Französisch sprechen oder nach fünf Grappa den Italiener in uns entdecken.

Alkohol

Was heißt noch mal „Prost!” auf Französisch?

Uns geht’s gut

In der Antike dienten Austern als Appetitanreger und Heilmittel bei Magenbeschwerden. Louis XVIII. verschlang bei jeder Mahlzeit zehn Dutzend Austern als Vorspeise. Niederländische, französische und spanische Maler siedelten sie wegen ihrer aphrodisischen Wirkung in Bordellen und Schlafzimmern an. Und das ganze Jahr über widmet man der Auster in Kroatien, Frankreich, Großbritannien und Australien Festivals. Uta Petersen hat für Welt kompakt eine kleine Kulturgeschichte dieser Meeresfrucht geschrieben, die ein Gradmesser der Wasserqualität ist und vom Austernkönig Charlie Mouron mit Bienen verglichen wird: „Mit den Austern ist es wie mit den Bienen. Geht es den Bienen schlecht, geht es uns Menschen auch schlecht.” Aktuell geht es uns demnach geht. Nur den Bienen nicht.

Austern

Geht es der Auster gut, freut sich der Mensch

Der erfolgreichste Trend überhaupt

Nahezu verdoppelt hat sich der Bio-Anteil beim Einkauf von Lebensmitteln und Getränken in den vergangenen zehn Jahren und ist damit laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) „der erfolgreichste Trend überhaupt”. Allein 2016 gaben die Deutschen fast 10 Milliarden Euro für Bio-Produkte aus und die Nachfrage ist mitunter so groß, dass selbst Handelsriesen wie Rewe den Bedarf nicht immer abdecken können. Für Supermärkte und Discounter, die längst die kleinen und alternativen Naturkostläden verdrängt haben, sind Bio-Produkte nicht nur attraktiv, weil sie im Schnitt 64 Prozent teurer sind als herkömmliche Lebensmittel, sondern auch, weil Jüngere, Familien mit Kindern und Besserverdienende zum Kundenkreis zählen, wie das Handelsblatt herausgefunden hat.

Bio-Spiesjes von Vivera

Bio-Spiesjes von Vivera

Chemische Hilfsmittel

Um den  Anforderungen des Einzelhandels gerecht zu werden und möglichst gleichmäßige Kartoffeln zu einem bestimmten Termin ernten zu können, setzen Landwirte immer mehr chemische Hilfsmittel ein, die die Kartoffelreife manipulieren und das Kartoffelkraut entlauben. Das berichtet Utopia. Ein dabei häufig eingesetzter Wirkstoff ist Diquat, das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit als „giftig beim Einatmen” und „sehr giftig für Wasserorganismen” eingestuft wird. 250 Tonnen Diquat landen jährlich auf unseren Feldern, seine Rückstände wurden in Konzentrationen unterhalb der Belastungsgrenze auch in Kartoffeln nachgewiesen.

Apfelsaft wird teurer

Durchschnittlich 7,5 Liter Apfelsaft und 6 bis 7 Liter Apfelschorle trinkt jeder Deutsche pro Jahr. Weil die Apfelernte in diesem Jahr wegen Frostschäden bescheiden ausfällt, muss die Fruchtsaft-Industrie nun aber auf Konzentrate aus Polen und Frankreich zurückgreifen. Bio-Apfelsaft wird jedoch nicht in der erforderlichen Menge zur Verfügung stehen, weil die dafür erforderlichen Sorten nicht durch Importe ausgeglichen werden können. Klaus Heitlinger vom Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie rechnet denn auch damit, dass Äpfel fast das Dreifache für die Verarbeitung kosten. Verbraucher müssten aber nicht befürchten, dass der Preis für Apfelsaft künftig auch drei Mal so hoch sei.

Apfelzucht

Frostschäden sorgen für Lieferengpässe

Dreiste Lügen gesucht

Bereits zum siebten Wahl verleiht Food Watch den „Goldenen Windbeutel” an Produkte, die mit dreisten Lügen beworben werden. Nominiert wurde zum Beispiel die Ochsenschwanzsuppe von Lacroix, die keinen Ochsenschwanz enthält, weil der häufig aus knorpeligem und sehnendurchwachsenem Fleisch bestehe, wie Lacroix einräumt. Aber auch der Kinderkeks von Alete, in dem zu viel Zucker stecke, ein Müsli von Kellogg’s, das nur zu 2,5 Prozent auch „Urkorn” enthalte, oder das Becel Omega-3-Pflanzenöl von Unilever, das teurer sei als Rapsöl, aber weniger Omega-3-Fettsäuren vorweise, können sich Chancen ausrechnen, mit dem Schmähpreis ausgezeichnet zu werden. Bis zum 23. November können Sie noch online abstimmen, welches Produkt den „Goldenen Windbeutel” erhalten soll.

Food Watch

Der Goldene Windbeutel

Verpackungswahn?

Dem Naturschutzbund Nabu zufolge hat der Kunststoffbedarf für vorverpacktes Obst seit der Jahrtausendwende um fast 80 Prozent zugenommen, der für Gemüse sogar um 164 Prozent. Vor allem regionale und Bio-Produkte würden in Folien eingeschweißt. Weshalb sich die Wirtschaftswoche fragt, wie das zusammen passe. Florian Wolz von der Genossenschaft Franken-Gemüse hat dafür eine denkbar einfache Erklärung: So könnten sie leichter mit Etiketten gekennzeichnet werden, die Auskunft geben über Inhalt, Gewicht, Herkunft, Preis, Verpackungsdatum und Bio-Siegel. Und Winfried Batzke vom Deutschen Verpackungsinstitut weist darauf hin, dass Folien die Haltbarkeit sicherten und so die Lebensmittelverschwendung reduzierten. Ein Prozent mehr Verpackung sorgten dafür, dass zehn Prozent weniger Lebensmittel weggeworfen würden.

Geheimnis gelüftet

Das Fliegen verändert unser Geschmacksempfinden. Bei einer im Auftrag der Lufthansa durchgeführten Testreihe stellte das Fraunhofer Institut fest, dass Tomatensaft bei Normaldruck deutlich schlechter schmeckt als bei Niederdruck. Während in der Luft fruchtige Gerüche und süße, kühlende Geschmackseindrücke in den Vordergrund treten, wurde er am Boden als muffig beschrieben, wie die Frankfurter Allgemeine Woche berichtet.

Ewald Bienenhonig

Kampf dem Bienensterben mit Ewaldbienenhonig

Katastrophale Honigernte

Zum zweiten Mal in Folge ist die Honigernte in Frankreich katastrophal ausgefallen. Als Grund dafür gab der französische Imkerbund Pestizide, einewn Mangel an Biodiversität, die asiatische Hornisse und den Klimawandel an. Obwohl Insektenvernichtungsmittel ab September 2018 verboten werden sollen, wurden jedoch zwei neue Produkte zugelassen, die als mitverantwortlich für das Bienensterben gelten. Aber auch in Deutschland laufen aktuell Zulassungsverfahren für drei sulfoxaflorhaltige Insektizide, wie die „Welt kompakt” berichtet.

Mach mal Pause, trink zuckerfreie Cola

Der Umbau der Produktpalette von zuckerhaltigen Limonaden hin zu Säften, Smoothies, Tee und kalorienarmen Getränken hat mit dazu beigetragen, dass Coca-Cola seinen Gewinn im dritten Quartal um 38 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro steigern konnte. Neben Kosteneinsparungen und Preiserhöhungen sorgte der verstärkte Absatz von „Coca-Cola Zero Sugar”, so die „Wirtschaftswoche”, für die Gewinnsteigerung.

Klassenbester im Schwäbisch-Kurs der Gastro Vision — Christian Meißner

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Aus unserem Schwäbisch-Kurs

Ässa ond drenga senn dia drei schenschde Sacha uff dr Wäld — Essen und Trinken sind die drei schönsten Sachen auf der Welt.