Aktuelle Wochenschau

Der Geruch des Brotes. Die Revolutionierung der Kantine. Das Züchten von Äpfeln. Das Auskochen von Knochen. Wie Yoko Ono sich unbeliebt macht. Und Strandgut aus dem Internet. Die Woche im Überblick.

Als er nach einer Nasen-OP wieder „Brot gerochen” hatte, folgte der Journalist Walter Mayer dem Geruch des Brotes in kleine Bäckereien, in denen es noch mit der Hand gemacht wird, aber auch in Backfabriken, in denen den 3188 Brotsorten, die es bei uns gibt, 200 Zusatzstoffe zugemengt werden können. Mayer, der aus einer Bäckerfamilie stammt, musste dabei erkennen, dass sich die Zahl der Bäckereien in Deutschland zwischen 1998 und 2015 fast halbiert hat (von 21.406 auf 12.155) und drei Viertel der Backwaren mittlerweile in vollautomatisierten Produktionsstraßen hergestellt werden.

Sein Buch „Brot — Auf der Suche n17725ach dem Duft des Lebens” ist soeben im Insel-Verlag erschienen (277 Seiten, 22 Euro). In der „Süddeutschen Zeitung” erzählt er schon mal von seiner Reise zu Handwerksmeistern, Visionären und Massenproduzenten.

Herausforderung Kantine

Zeit- und Geldnot sind keine Ausrede für schlechtes Essen, auch nicht in Kantinen. Das findet Mikkel Karstad, der die dänische Kantinenküche revolutioniert hat und deshalb für die Süddeutsche Zeitung porträtiert wurde. Zwar sei das Image von Kantinenessen laut Karstad noch immer grottenschlecht, andererseits müsse man als Kantinenkoch seine Familie nicht mehr so vernachlässigen wie ein Sterne-Koch. Und die Herausforderung, den Alltag Tausender Menschen durch gutes Essen zu verbessern, sei äußerst reizvoll.

Apfelzucht

Der Apfel hat’s nicht leicht

Braunbären waren die ersten Apfelzüchter

Sage und schreibe 1.500 Apfelsorten sind in Deutschland beheimatet, wirtschaftlich genutzt werden aber nur 60, obwohl in den übrigen 1.440 Resistenzgene schlummern, die sie weniger schadensanfällig machen und vor Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten bewahren. Aber wussten Sie auch, dass Äpfel ursprünglich aus Kasachstan stammen und Braunbären für die ältesten Apfelzüchtungen der Welt verantwortlich waren? „Als Allesfresser haben sie bittere Äpfel eher verschmäht und die süßeren vorgezogen. Die ausgeschiedenen Kerne haben sie anschließend bei ihren Wanderungen weit verteilt.” (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Foto: Leonard Mechineau/Brox

Knochenbrühe von Brox (Foto: Leonard Mechineau)

Das Auskochen von Knochen ist jetzt auch hip

Die Schauspielerin Salma Hayek sieht angeblich so jung aus, weil sie täglich einen Becher Knochenbrühe trinkt, und auch ihre Kolleginnen Gwyneth Paltrow und Jessica Biel schwören darauf, dass Knochenbrühe unser Immunsystem, unser Gewebe und unsere Knochen stärkt. Zwar gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Studien, die das belegen, wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” herausgefunden hat, aber gut, dass wir es mal ausprobiert haben.

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Yoko Ono verklagt Beatles-Fans

Dass Yoko Ono sehr geschäftstüchtig ist und das Erbe ihres Mannes John Lennon zusammenhält, ist allgemein bekannt. Auf ihre alten Tage macht sie sich momentan aber mehr als unbeliebt bei Beatles-Fans. Erst im August hatte sie die Hamburger Yoko Mono Bar verklagt, weil deren Namen ihrem eigenen zu ähnlich sei — die Szenekneipe schloss daraufhin nach 17 Jahren ihre Pforten, allerdings weil ihr der Mietvertrag gekündigt wurde. Nun hat sie auch die polnische Getränkefirma Mr Lemonade abgemahnt, die eine Limo namens „John Lemon” vertreibt. Bis Ende Oktober hat Mr Lemonade noch Zeit, Restbestände zu verkaufen, anschließend werden Zuwiderhandlungen mit einer Strafe von 500 Euro pro Flasche geahndet. „John Lemon” wird deshalb künftig als „On Lennon” verkauft. Wie sang doch schon Rocko Schamoni: „Ich glaube nicht, dass ich mit Yoko Ono zusammenleben könnte.”

Strandgut aus dem Internet