Der Preis ist heiß

Für zwei von drei Deutschen spielt der Preis die größte Rolle beim Einkauf in einem Supermarkt.  Aldi will attraktiver werden. Und Walmart beschreitet ungewöhnliche Wege bei der Auslieferung von Online-Bestellungen.

Bei einem Vergleich der Preise von Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl, Netto, Real und Rewe schnitt Kaufland am besten ab, wie das Portal Vergleich.org mitteilte: „Der Supermarkt bietet nicht nur Markenartikel zum geringsten Preis, sondern hat auch äußerst günstige Eigenmarken im Sortiment.” Kunden würden demnach bei Kaufland fast 250 Euro im Jahr sparen. „Wer hingegen keinen Wert auf große Marken legt, ist mit einem Einkauf bei Lidl sogar noch besser beraten. Aldi Nord konnte in unserem Test nicht mit Lidl mithalten — der Warenkorb aus günstigen Eigenmarkenprodukten kostete hier 5,29 Prozent mehr.“
Besonders überrascht war das Vergleichsportal vom schlechten Abschneiden des Netto Marken-Discounts: „Der Discounter stellte sich in unserer Auswertung als noch teurer als Real und Rewe heraus, einzig Edeka verlangte noch höhere Preise.“ Eine Flasche Baileys war bei Netto 2,70 Euro teurer als bei Rewe.

Rewe

Aldi soll schöner werden

Im vergangenen Jahr haben 18 Millionen Deutsche Lebensmittel im Internet bestellt. Das Marktvolumen im Online-Lebensmittelhandel liegt bei drei Milliarden Euro bzw. einem Prozent des gesamten Lebensmittel-Einzelhandels, Tendenz steigend. Das stationäre Geschäft wird dadurch aber wohl kaum gefährdet, weil zwei Drittel der Deutschen gerne in Supermärkten einkaufen. Weshalb viele Discounter derzeit Milliarden ausgeben, um ihre Läden schöner zu gestalten. So will Aldi Nord mehr als fünf Milliarden Euro in die Umgestaltung seiner Filialen investieren. Aldi Süd hat bereits mehr als ein Viertel seiner 1870 Filialen aufgemotzt. Allein Klaus Gehrig, der Chef der Lidl-Kaufland-Gruppe, hält nichts vom Aufhübschen seiner Filialen. Die großen Eingangshallen in manchen Lidl-Märkten seien doch reine „Platzverschwendung“.

Kampf der Lieferdienste

Ja, mir san mit’m Radl da

Neue Service-Offensive von Walmart

Erst im Juni war Amazon in den Markt der Lebensmittellieferdienste eingestiegen. Es dauerte aber nicht mal zwei Monate, bis die heimische Konkurrenz mit einer Service-Offensive reagierte und die Edeka-Tochter Bringmeister ankündigte, in Berlin frische Lebensmittel noch am Tag der Bestellung auszuliefern.

Ungewöhnliche Wege beschreitet hingegen die größte Einzelhandelskette der Welt, Walmart. Ab Ende September können über den Sprachassistenten von Google hunderttausende Artikel bestellt werden, von Waschmitteln bis zu Lego. Testen will Walmart auch die Auslieferung durch die eigenen Mitarbeiter. Die sollen nach Feierabend auf ihrem Nachhauseweg online bestellte Waren bei den Kunden vorbeibringen, sodass es schon bald heißen könnte: „Frau Schmidt, Sie wohnen doch in Kreuzberg. Können Sie diese Bestellung auf dem Heimweg noch bei Familie Meier vorbeibringen?”