Aktuelle Wochenschau

Maori-Honig wird zum Exportschlager. Ikea baut seine Food-Sparte aus. Krankenhäuser sparen an der Verpflegung. Der Appetit kommt nach elfmaligem Essen. Die Deutschen sind Weltmeister im Safttrinken. Geschmacksverstärker für Vaginas liegen im Trend. Die Woche im Überblick.

Wo Manuka draufsteht, ist nicht immer nur Manuka drin

Honig aus dem Land der Kiwis

Der Honig der All Blacks 

Die Maori, Neuseelands Ureinwohner, behandeln Entzündungen und Infektionen schon seit Menschengedenken mit Manuka-Honig. Nun haben ihn auch Pop- und Filmstars für sich entdeckt. Scarlett Johannsen reibt sich damit das Gesicht ein, Ed Sheeran ölt damit seine Stimme und Gyneth Paltrow schmiert ihn sich aufs Brötchen. Dabei kostet ein Gläschen des aus dem Manuka-Strauch gewonnenen Honigs bis zu 129 (!) Euro. Weltweit werden etwa 10.000 Tonnen jährlich verkauft, aber nur 1.700 Tonnen in Neuseeland produziert. Weshalb man down under schon seit einiger Zeit an einem Echtheitszertifikat arbeitet, das den Etikettenschwindel unterbinden soll. Dabei kann es hundertprozentigen Manuka-Honig gar nicht geben, wie der neuseeländische Honigproduzent Bees and Trees klarstellt. Bienen könne man schließlich nicht vorschreiben, nur Manuka-Blüten zu besuchen, damit in Manuka-Honig auch nur Manuka drin ist. (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Köttbullar statt Billy

Ursprünglich wollte „das unmögliche Möbelhaus aus Schweden” seinen Kunden nur einen Snack anbieten, damit diese sich vor dem Zusammenbau von Tischen, Schränken oder Billy-Regalen stärken konnten. Mittlerweile besucht aber jede dritte Kunde Ikea nicht, um dort Möbel zu kaufen, sondern um Kaffee zu trinken oder Köttbullar zu essen, sodass Ikea auf Platz 8 der größten deutschen Gastronomieketten rangiert.  Seit die Söhne des Ikea-Gründers Ingvar Kamprad, Peter und Mathias, am Ruder sind, baut der Möbelkonzern deshalb seine Food-Sparte massiv aus. In London, Paris und Oslo eröffnete Ikea bereits Restaurants außerhalb eines Möbelcenters. In Deutschland schickte man eine Food-Truck-Küche auf Reisen. Und demnächst wird Ikea wohl auch in den Online-Handel von Lebensmitteln einsteigen. Dann liefert das Möbelhaus auch Frühstück ans Bett — wenn es denn schon gelungen ist, es zusammenzubauen. (Spiegel Online)

Jeder dritte Kunde benötigt keinen Einkaufswagen mehr

Jeder dritte Ikea-Kunde benötigt keinen Einkaufswagen mehr

Kostenfaktor Patientenverpflegung

Ein Tag im Krankenhaus kostet eine Krankenkasse 600 Euro, doch für die Verpflegung werden nur 12 Euro ausgegeben. Denn die Patientenverpflegung dient in den meisten Krankenhäusern nicht der Genesung, sondern wird in erster Linie als Kostenfaktor angesehen, den es zu verringern gilt. Während sich das Budget der Krankenhäuser in den vergangenen zehn Jahren um 46 Prozent von 65 auf 95 Milliarden Euro erhöhte, wurden die Ausgaben für die Beköstigung sogar um 15 Prozent gesenkt, wenn man den allgemeinen Preisanstieg bei Lebensmitteln und Gehältern berücksichtigt. Statt in die Verpflegung zu investieren, wird lieber ein weiteres MRT-Gerät angeschafft. Um ein Mittagessen nett anzurichten, muss jedoch nicht an der Intensivstation gespart werden. So enthielten viele Gerichte Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe, obwohl es selbst bei Fertigprodukten günstige Alternativen gebe, kritisiert der Jeune Restaurateur Andreas Hillejan. Und wie wichtig die Verpflegung für die Genesung ist, zeigt ein Experiment eines israelischen Krankenhauses, in dem einer Gruppe von Patienten herkömmliche Kost serviert wurde, einer anderen aber Essen, das à la Bocuse zubereitet und präsentiert wurde. Die Probanden der Bocuse-Gruppe aßen nicht nur mehr, der Anteil der Patienten, die mit den denselben Beschwerden innerhalb eines Monats erneut eingeliefert wurden, war auch deutlich niedriger. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Schmackhafte Alternative — Gemüsecocktail von Oerliman

Schmackhafte Alternativen — Gemüsecocktails von Oerlimans

Auf den Geschmack gekommen

Weil sie als Kind Zwiebelsaft trinken musste, um einen Husten loszuwerden, fühlte sich die FAS-Autorin Kathrin Wesolowski fortan nach dem Verzehr von Gemüse wie eine Kuh, die Gras frisst. Nachdem sie von einer Studie gehört hatte, derzufolge Kleinkinder ein ihnen unbekanntes, bitteres Lebensmittel elfmal essen müssten, um sich an den Geschmack zu gewöhnen und es genießen zu können, machte sie in einem vierwöchigen Selbstversuch die Probe aufs Exempel. Mit Erfolg: „Ich muss mich nicht mehr beschämt beim Abendessen bei Freunden dafür entschuldigen, den Salat auf dem Teller übrig zu lassen — ich kann ihn einfach mitessen, ohne die Luft anzuhalten.” (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Nur wo Saft drin ist, darf auch Saft draufstehen

Direktsäfte werden verstärkt nachgefragt

Weltmeister im Safttrinken

Vier Milliarden Liter Fruchtsaft, Nektar und Fruchtsaftgetränke trinken die Deutschen jedes Jahr und sind damit Weltmeister im Safttrinken vor den Norwegern. Der durchschnittliche Verbrauch von 42 Litern Saft pro Jahr im Jahr 2003 ist zwar deutlich auf 33 Liter zurückgegangen, dafür verzeichnen Direktsäfte, die gleich nach dem Pressen abgefüllt werden, aber kräftigere Zuwächse als Konzentrate, denen erst Wasser entzogen wird. Mit mehr als 307 Millionen Euro Umsatz führt Eckes-Granini die Rangliste der Saftproduzenten an, vor Refresco (299 Mio.), Riha-Wesergold (189,8 Mio.), Valensina (176 Mio.) und Punica (105 Mio.). Während Verbraucherschützer monieren, dass Säfte, Nektare und Fruchtsaftgetränke in Supermärkten nicht voneinander getrennt geführt, sondern nach Marken sortiert würden, und die Abbildungen exotischer Früchte auf dem Etikett suggerierten, dass die Säfte auch einen großen Anteil davon enthalten, deklariert Granini auf der Vorderseite den Fruchtsaftgehalt seiner Sorten und setzt auf die beliebtesten Sorten Apfel, Orange und Multivitamin, die 60 Prozent des Marktes ausmachen. Vor allem milde Sorten wurden 2016 verstärkt nachgefragt, Milder Apfel sogar um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. (Die Welt kompakt)

Obstsalat gehört auf den Tisch und nicht ins Bett

Obstsalat gehört auf den Tisch und nicht ins Bett

Neuer Sex-Trend

Damit Vaginas und Sperma nach Obstsalat riechen, gibt es nun auch Geschmacksverstärker in Pillenform. Das in Sex-Fragen offensichtlich noch sehr unerfahrene Teenie-Magazin kukksi hält von dem neuen Trend aber nichts: „Das braucht doch nun wirklich keiner, oder?! Der Intimgeruch des Mädchens oder des Boys ist nichts Unangenehmes und braucht man definitiv nicht mit Pillen aufpimpen. Der Obstsalat oder auch der Geruch davon gehört auf den Tisch, aber ganz sicher nicht in den Intimbereich.” Was Sie auch interessieren könnte: Krasse Fehler, die man bei Blowjobs vermeiden sollte. (kukksi.de)

Zitat der Woche

Anlässlich eines Bio-Barbecues in Weyhe am 27. August hat die Regionale Rundschau den TV-Koch Ole Plogstedt zum Thema Grillen interviewt und ihn nach den größten Fehlern gefragt, die man am Rost machen kann: „Wenn man vergisst, das Bier kalt zu stellen.” (Weser Kurier)