Aktuelle Wochenschau

Hipster entdecken die Avocado. Insekten-Burger gibt es jetzt auch in Supermärkten. Fruchtfliegen sind lästig, aber gesund. Die Metro setzt auf digitale Start-ups.  Cold Brew Coffee lässt sich nun auch daheim brauen. Ein hoher Preis beeinflusst das Geschmacksempfinden bei Weinen. Das Double Seating kommt in Mode. Die Woche im Überblick.

Unter Feinschmeckern galt die Avocado, die wegen ihrer ledrig-warzigen Haut früher Alligatorbirne hieß, lange Zeit als Geheimtipp. Als sie in Anlehnung an das aztekische„ahuacatl” (zu Deutsch: Hodenfrucht) umbenannt wurde und eine Werbeagentur den „Guacamole Bowl” erfand, war ihr Siegeszug aber nicht mehr aufzuhalten. Rund um den Football-Super-Bowl werden allein in den USA etwa 100.000 Tonnen Avocados verzehrt, und auch in Deutschland hat sich in den vergangenen zehn Jahren der Import der „Aristokratin der Salate” verdreifacht. Als hip gilt die Avocado jedoch, weil man einen koffeinfreien Soja-Latte-macchiato aus den ausgehöhlten Hälften der Butterfrucht schlürfen kann. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Seit dem 1. Mai gelten Grillen und Heuschrecken in der Schweiz, anders als in Deutschland, als Delikatessen und dürfen frei verkauft werden. Die Supermarktkette Coop hat ihr Sortiment bereits entsprechend um die proteinhaltigen Fleischalternativen erweitert und bietet ab dem 21. August Insekten-Burger von Essento an. Wundern Sie sich also nicht, wenn im nächsten Jahr Hackbällchen aus Mehlwürmern gleich neben Pizzen, Hähnchenschenkeln oder Bratwürsten im Kühlregal liegen. Ab 1. Januar 2018 wird das nämlich auch in Deutschland erlaubt sein. (Spiegel Online)

Foto: André Krawath/Wikipedia

Schwarzbäuchige Fruchtfliege (Foto: André Krawath/Wikipedia)

Der Kriminalbiologe Mark Benecke gibt Entwarnung. Frucht- bzw. Taufliegen können zwar über Nacht ca. 400 Eier legen, die von den Weibchen vorzugsweise auf Obst und Gemüse deponiert werden, wer sie unabsichtlich verzehrt, braucht sich aber nicht um sein Wohlbefinden zu fürchten. Als Lieferanten von Vitamin B12, Zink und Eisen würden sie sich im Gegenteil positiv auf unsere Gesundheit auswirken. (Die Welt)

Weil es für Kunden aus der Gastronomie kaum digitale Lösungen gibt, will der Metro-Konzern neuen Firmen helfen, „ihre disruptiven Ideen” seinen gastronomischen Kunden zu unterbreiten. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” weist der Metro-Chef Olaf Koch explizit auch auf einen Aussteller der Gastro Vision 2017 hin — flowtify, ein Start-up-Unternehmen, das die Einhaltung von Hygienevorschriften per Smartphone oder Tablet dokumentiert. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Papierlos

Papierlose Dokumentation der Einhaltung von Hygienevorschriften

Eine Kaffeemaschine, die Cold Brew Coffee produziert, haben die Hamburger Hans Berner und Philipp Sahrmann entwickelt. Mit ihrem Cold Brew Dripper lässt sich kalt gebrauter Kaffee, der weniger Säure- und Bitterstoffe enthält, auch daheim herstellen. (Die Welt)

Wenn Weintrinker zu einer etwas teureren Flasche greifen, sind ihre Frontalhirne und ihr ventrales Striatum gefordert. Während das Frontalhirn den Preis in Beziehung zu damit verbundenen Erwartungen setzt, ist das ventrale Striatum Teil des menschlichen Belohnungs- und Motivationssystems, das uns angesichts höherer Preise einen Geschmack vorgaukele, der dem verkosteten Wein nicht immer entspricht. Das berichten Forscher der Insead Business School und der Universität Bonn in der Fachzeitschrift „Scientific Reports”. Dieser Marketing-Placebo-Effekt hat allerdings auch seine Grenzen. Bei einer Plörre, die für 100 Euro angeboten wird, bleibe er aus, weiß Bernd Weber von der Universität Bonn. (Spiegel Online)

Die Verpackung sollte auch akustische Erwartungen erfüllen

Die Verpackung sollte auch akustische Erwartungen erfüllen

Ob uns etwas schmeckt, entscheidet nicht nur unsere Zunge oder unser Gaumen, sondern auch unser Gehör. Denn die Knusperlautstärke von Chips steigert den positiven Eindruck um 15 Prozent. Das hat der Gastrophysiker Charles Spence von der Universität in Oxford herausgefunden. Der Grund, warum Chipstüten beim Öffnen so laut sind, habe daher auch nichts mit der Frischhaltung zu tun. Vielmehr habe sich ein Marketing-Experte wohl gedacht: „Es ist lautes Essen, so sollte auch die Verpackung die Erwartungen erfüllen.” (Die Welt kompakt)

Das Double Seating, die zweimalige Vergabe eines Tisches an einem Abend, ist in vielen Restaurants längst üblich. Der Vorteil: Dadurch kommt es nicht mehr zu endlosen Therapiesitzungen, „deren Qualität in geleerten Flaschen gemessen werden” und Freundschaft wird nicht länger an der Stärke des Sitzfleisches gemessen. Der Nachteil: Die Fütterungszeiten sind in einem Restaurant oft so strikt wie in einem Zoo und „der Espresso ist kaum serviert, da rücken schon vier hungrige Touristen als Nachfolger an”. Wie man’s auch macht — es ist immer falsch. (Iconist/Die Welt)