Wer einlädt, der zahlt auch

Die Zeiten, da Chinesen ausschließlich Reiswein, Tsingtao-Bier oder einen hochprozentigen Maotai tranken, gehören spätestens seit dem Scheitern von Maos Kulturrevolution und dem Aufstieg der Volksrepublik zur Wirtschaftsmacht Nummer 1 der Vergangenheit an. Dass ein junger Chinese in einer Bar in St. Moritz 8733 Euro für zwei Zentiliter Single Malt eines Macallan Scotch Whiskys aus dem Jahr 1878 ausgab, versetzte die Welt in den vergangenen Tagen aber doch ins Staunen. Dem Vernehmen nach soll er ihm sogar geschmeckt haben. Inwiefern er geschmackssicher ist oder nur neureich und den Schauspieler Daniel Craig übertrumpfen wollte, konnte allerdings nicht überprüft werden. Denn wer gibt sonst schon so viel für einen Scotch aus? Nicht mal James Bond, der in „Skyfall” einen nur 50 Jahre alten Macallan trank.

Martini war gestern — Daniel Craig trank als James Bond einen Macallan Scotch Whisky

Martini war gestern — Daniel Craig trank als James Bond einen Macallan

Erstmals ihre Maß Bier mit dem Handy bezahlen, können Besucher des kommenden Münchner Oktoberfestes. Wer sich die App Blue Code der Beteiligungsgesellschaft BC Capital auf seinem Smartphone installiert, benötigt in Franzls Jagdhütte kein Bargeld mehr. Getrunken werden muss das Bier aber weiterhin analog.

Früher, als ein Date noch Rendezvous genannt wurde, war alles einfacher. Da verbrachte ein Pärchen einen netten Abend in einem Restaurant — und am Ende beglich der Mann die Rechnung. Im Zeitalter des Feminismus legen jedoch immer mehr Frauen Wert darauf, ihren Anteil selbst zu bezahlen, allein schon, um zu zeigen, dass sie auf das Geld ihres Gegenübers nicht angewiesen oder gar käuflich sind. Zwar verspüren Frauen bisweilen immer noch plötzlich das Bedürfnis, die Toilette aufzusuchen, wenn der Kellner mit der Rechnung naht, die Frage „wer zahlt?” bleibt aber oft im Raum stehen und vermiest so manchem Mann jegliche Romantik. Die Knigge-Expertin Birte Steinkamp rät deshalb in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu mehr Pragmatismus: „Wer einlädt, der zahlt auch — egal ob Mann oder Frau, älter oder jünger.” Die Ablehnung einer Einladung hält sie allerdings für respektlos, weil das den Mann unnötig in Verlegenheit bringe; sie sollte sich stattdessen lieber lächelnd bedanken und „es stilvoll hinnehmen” — es sei denn, sie wolle mit einer vehementen Ablehnung signalisieren, dass  es nicht nur das erste, sondern auch das letzte Date gewesen sei.