Ewaldbienenhonig

Gegen die bienenfarbige Mannschaft von Dynamo Dresden spielte der FC St. Pauli im Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga am gestrigen Montag — leider — nur unentschieden. Doch dafür gibt es jetzt im Fanshop des FCSP die dritte Ernte des hauseigenen Ewaldbienenhonigs.

Um auf das Bienensterben aufmerksam zu machen und seine ökologische Verantwortung im Stadtteil zu vergrößern, siedelte der FC St. Pauli bereits 2015 zwei Bienenvölker im Stadion am Millerntor an, dem Freudenhaus der Bundesliga. Damit wollte der Verein seinen Teil zur ökologischen Vielfalt beitragen und die Population von Bienen wieder steigern.

Inzwischen konnten Kinder aus dem Stadtteil bei der Honigernte zusehen und so einen Einblick in das sensible Ökosystem der Bienenvölker erhalten. Fans erhielten zudem die Möglichkeit, sich auf einer Webcam live anzusehen, wie die Bienen im Millerntor-Stadion untergebracht sind.

Mit dem Honig, der nach dem bei den Fans beliebtem Ex-Cheftrainer und heutigem Technischen Direktor Ewald Lienen benannt wurde, will der Club die Aufmerksamkeit für das Bienensterben schärfen und seine Anhänger für gesellschaftspolitische Themen sensibilisieren. Auf einer Asien-Reise hatte Lienen erfahren, dass die Menschen vor Ort Pollen kaufen müssen, um ihre Pflanzen von Hand zu bestäuben, weil es kaum noch Insekten gibt. Und sich gefragt: „Wo sind wir gelandet? Am Ende dieser Kette steht irgendwann der Mensch, doch dafür braucht es ein Einsehen. Wir wirtschaften gedankenlos. Wir Menschen und der Staat haben die Aufgabe diese hemmungslose Gier nach Profit einzudämmen.“

Fakt ist, dass die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide für das Bienensterben verantwortlich sind und damit auch dafür, dass ein Drittel unserer Lebensmittel nicht mehr bestäubt werden.

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Für die Ernte ist die Imkerin Jetta Leena Ramcke zuständig, die sich davon erhofft, dass nicht nur ein leckerer Brotaufstrich produziert wird, sondern ein jeder auch durch ein Blumenbeet im Garten oder auf dem Balkon zum Erhalt der Bienen beiträgt. Den Bienen gehe es durch die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide schließlich in der Stadt oft besser als auf dem Land. Um den bedrohten Bienen genügend Futter bereitzustellen, bietet der Verein deshalb in seinem Fanshop auch eine eigene Blumenmischung an. „Andere Vereine haben Balkone für die Meisterschaft, wir für die Bienen”, begründete Andreas Rettig, der kaufmännische Geschäftsleiter des Bundesligavereins, diese ungewöhnliche Maßnahme.