Probleme mit der Transparenz

Die Zeiten, da es bei Aldi nur Billigware minderer Qualität gab, sind längst vorbei. Nachdem der hauseigene Oliver Cromwell London Dry Gin bei der International Wine and Spirits Competition kürzlich als einer der besten Gins weltweit mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, will der Discounter Aldi-Nord für die Modernisierung seiner 2300 Filialen nun 5 Milliarden Euro aufwenden, damit sie heller werden und freundlicher aussehen.

Allein mit der Transparenz hat man so seine Probleme. Als der Food-Blogger Hendrik Haase den „Aldi Transparenz Code” unter die Lupe nahm, erfuhr er nur, dass das Rinderhack der Marke „Meine Metzgerei” vom Husumer Schlachtkonzern Danisch Crown stammte und in Oldenburg verarbeitet wurde. Auf welchem Hof das Rind großgezogen wurde und womit es gefüttert worden war, konnte die Handelskette jedoch nicht mitteilen, weil „das Bereitstellen dieser Informationen für die beteiligten Betriebe ein enormer technischer Aufwand” sei, wie eine Sprecherin mitteilte. Womit sie nicht ganz Unrecht hat.

Neuer Beruf: der Fleischsommelier

Neuer Beruf: der Fleischsommelier

Obwohl Fleisch in den vergangenen Jahren wieder eine größere Wertschätzung zuteil wurde und das Bildungszentrum des bayerischen Fleischereihandwerks seit kurzem auch eine Ausbildung zum Fleischsommelier anbietet, ist die Zahl der Metzgereien in den vergangenen zehn Jahren jedoch drastisch gesunken, weil keine Nachfolger gefunden wurden. Gab es 2005 noch knapp 18.000 fleischverarbeitende Betriebe, waren es 2015 nur noch etwa 13.000.