Senf mit Nutella

Als Heiko Antoniewicz noch ein kleiner Junge war, schmierte er sich mit Vorliebe Senf aufs Nutella-Brot. In Asien lernte er später eine Sojasoße kennen, die Lachsgerichten den Geschmack von Lakritz gibt. Und mittlerweile ist Food-Pairing, wie die Kombination scheinbar gegensätzlicher Lebensmittel genannt wird, bei Sterne-Köchen ebenso angesagt wie bei Gourmets und Gourmands.

Wegbereiter des Food Pairing — Heiko Antoniewicz

Wegbereiter des Food Pairing — Heiko Antoniewicz

Dass Tintenfisch mit Radieschen und Rettich harmoniert, hat auch Daniel Achilles, der mit Michelin-Sternen und Gault & Millau-Punkten ausgezeichnete Chefkoch des Berliner Restaurants Reinstoff, längst erkannt. Alles ist möglich: Kiwis zu Austern und Tomaten zum Whisky ebenso wie Blumenkohl mit Schokolade — Hauptsache, es schmeckt.

Warum das Food-Pairing so gut funktioniert und beim Gast ankommt, hängt damit zusammen, dass nur zwanzig Prozent unseres Geschmackserlebnisses von unseren Geschmacksknospen abhängen, achtzig Prozent aber vom Geruch und vom Aroma, wie der belgische Agrar-Ingenieur Bernard Lahousse weiß. Denn unsere Zunge kann nur fünf Geschmacksrichtungen unterscheiden, unsere Nase aber mehr als 10.000 Aromen.

Die Nase isst mit

Nicht nur das Auge, auch die Nase isst mit

Am besten funktioniert das Food-Pairing aber, wenn man wie Antoniewicz Bekanntes wie Schellfisch und Senf mit einer dritten Zutat kombiniert — Minze zum Beispiel. Wohl bekomm’s!