Cornern gegen den G20-Gipfel

Bislang war das sogenannte Cornern vielen Gastronomen ein Dorn im Auge. Vor allem auf St. Pauli, wo es mittlerweile 47 Kioske gibt, an denen sich zumeist Jugendliche mit billigem Alkohol versorgen können, um ihn dann auf der Straße zu trinken — und hinterher die Toiletten anliegender Lokale und Restaurants zu benutzen.

Aus Protest gegen den angedrohten Ausstieg der USA aus dem Klimaabkommen und die Einschränkung der Versammlungs- und Meinungsfreiheit durch den Hamburger Senat im Zuge des G20-Gipfels verabredeten sich am Dienstagabend aber Tausende von Hamburgern zum Cornern im Schanzenviertel, in Altona oder Ottensen. Abgesehen vom Einsatz von Wasserwerfern der Polizei verlief das öffentliche Biertrinken jedoch friedlich.

Bildschirmfoto 2017-07-05 um 12.54.55

Die soziale Ungleichheit nicht länger hinnehmen, will auch der Oxfam-Botschafter und TV-Koch Ole Plogstedt von der Roten Gourmet Fraktion, einem Cateringunternehmen, das vorzugsweise für Rockstars wie die Toten Hosen oder Die Ärzte kocht. Nachdem ein Zeltlager von G20-Gegnern in Entenwerder entgegen aller Absprachen von der Polizei geräumt worden war, rief er zu einem Sleep-In gegen Schlafverbote auf.