Wem geht als Erstem die Puste aus?

Mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften Biere werden nach Pilsener Brauart produziert. Obwohl im vergangenen Jahr 96 Millionen Hektoliter gebraut wurden, ist der Marktanteil jedoch rückläufig. Weshalb sich der Weltmarktführer Anheuser-Busch Inbev nun von zwei Traditionsmarken trennen will — dem vor allem im Osten Deutschlands beliebten Pils Hasseröder, aber auch von Diebels Altbier. Konzentrieren will sich Inbev künftig auf die Standbeine Beck’s, Franziskaner und Corona und lokale Marken wie Haake Beck (Bremen) oder Löwenbräu (Bayern).

Kein Grund zur Beunruhigung — das Radeberger bleibt uns erhalten

Kein Grund zur Beunruhigung — das Radeberger bleibt uns erhalten

Während Hasseröder mit 2,1 Millionen Hektolitern noch immer die fünftgrößte deutsche Biermarke ist, schrumpfte der Absatz von Diebels Altbier innerhalb der letzten 15 Jahre um rund drei Viertel auf nur noch 350.000 Hektoliter. Mögliche Käufer scheuen vor einer Übernahme aber offenbar zurück. So prophezeite der Radeberger-Chef Niels Lorenz bereits am Jahresanfang, dass „der Stillstand der letzten Jahrzehnte, der Konsolidierungsdruck durch massive Überkapazitäten und die immer weiter abnehmende Wertschöpfung in unserem Umfeld” unausweichlich zu einem „Steherrennen“ führen würden. Die Frage sei nur, wem als Erstes die Puste ausgehe.

Die Top Ten der beliebtesten Biere in Deutschland 
(Umsatz in Euro 2016)

  1. Pils                                3.625.000
  2. Weizen                            573.360
  3. Biermix                           542.210
  4. Alkoholfreie Biere        481.737
  5. Hell                                 480.954
  6. Spezialitäten                 401.036
  7. Export                            361.351
  8. Kölsch                            146.388
  9. Lager                              141.019
  10. Dunkel/Schwarz        119.103

    Quelle: Nielsen