Von Hamburg nach Sierra Leone

Bei der Gastro Vision im vergangenen März gehörte Laura Becker noch zum Empfangsteam, das die Aussteller und Besucher akkreditiert. Dann war es für die studierte Wirtschaftspsychologin, die 2008 als Servicekraft bei Bismarck Service gejobbt hatte und darüber zur Gastro Vision gestoßen war, an der Zeit, die Perspektive zu wechseln. Mit 29 Jahren gab Laura ihr privilegiertes europäisches Leben auf und schloss sich der We Yone Child Foundation an, die in Freetown, der Hauptstadt von Sierra Leone, Schulen errichtet und Familien dabei unterstützt, sich eine wirtschaftlich stabile Existenz aufzubauen.

Sierra Leone is calling

Crain-Crain-Blätter auf einem Markt in Freetown

Obwohl sie keinen pädagogischen Hintergrund hat, hilft sie dort im Schulunterricht aus und kümmert sich um die Buchhaltung von We Yone Child, das Design von PR-Broschüren, Social Media — und nicht zuletzt um Spenden. Von dem Geld werden sanitäre Anlagen errichtet, Schulgebäude ausgebessert, damit sie auch in der Regenzeit genutzt werden können, und Familienunternehmen subventioniert, um die Ernährung und Schulbildung ihrer Kinder dauerhaft zu sichen.

Laura Becker (rechts) an der Rezeption der Gastro Vision ...

Laura Becker (rechts) am Empfang der Gastro Vision …

Klima und Kultur, Wirtschaft und Religion — in Sierra Leone, einem der ärmsten und vom Bürgerkrieg ebenso wie von der Ebola-Seuche gebeutelten afrikanischen Staat, ist alles anders als gewohnt, wie Laura Becker in ihrem Blog laurafrica.jimdo.com berichtet. Die Herausforderungen, die eine solche humanitäre Arbeit mit sich bringt, entsprechen jedoch genau jenem Perspektivwechsel, den sie gesucht hat.

 

... und jenseits von Afrika

… und jenseits von Afrika

Zugleich erhält sie so aber auch einen Einblick in die Küche des Landes. Übliche Gerichte sind Reis mit einer Soße aus Cassava-, Kartoffel- oder Crain-Crain-Blättern, köstlich gewürzt, meist ziemlich ölig — und immer scharf! An den Stränden des westafrikanischen Staates gibt es reichlich Fisch und Meeresfrüchte und Hummer werden direkt vor ihren Augen aus dem Wasser gezogen — frischer geht’s nicht. Und da auch mehrere Tausend Libanesen in Sierra Leone leben, lernt Laura Becker quasi nebenbei noch die orientalische Küche kennen. Für die nächste Gastro Vision wünscht sie sich denn auch, dass auf dem Street Food Market „Rice with Cassava Leaf” angeboten wird.

Die Foundation bedankt sich schon mal für Ihre Spende

Die We Yone Child Foundation bedankt sich schon mal für Ihre Spende