Gastfreundschaft wird bei uns kleingeschrieben

Für ihre Serie „Typisch deutsch?” haben Matthias Baxmann und Matthias Eckoldt Korrespondenten aus aller Welt zum Thema Gastfreundschaft befragt. Deren Eindrücke werfen kein gutes Licht auf die Deutschen. Denn Gastfreundschaft, so der Iraner Oliver Towfigh Nia, beschränke sich in Deutschland „auf ein Glas Wasser aus der Leitung und, wenn es hochkommt, einen Kaffee”. Die Ungarin Edith Oltay würde den Deutschen in puncto Gastfreundschaft „auf einer Skala von eins bis zehn eine fünf geben”. Und auch die Italienerin Flaminia Bussotti findet, dass die Gastfreundschaft in Deutschland nicht so ausgeprägt ist wie in ihrer Heimat: „Es hat wohl auch mit der Geschichte zu tun. Im Alten Rom präsentierte man die eigene Person auch durch die Art und Weise, wie man Gäste empfing. Das wirkt noch immer ein wenig nach.“

Typisch deutsch — das Feierabendbier

Typisch deutsch — das Feierabendbier

Typisch deutsch ist auch das Feierabendbier, ein Ritual, das dem Vietnamesen Duc Chung Nguyen aber eher spanisch vorkommt: „Für viele Deutsche ist das Feierabendbier ganz wichtig. Da sind sie aber auch sehr diszipliniert und trinken nur dieses eine Bier. Das verstehe ich als Vietnamese nicht. Wenn man bei uns nach getaner Arbeit in die Kneipe geht, trinkt man des Öfteren bis Mitternacht.”

Und typisch deutsch ist schließlich auch die Bockwurst. Für die Bulgarin Kapka Todorova ist es ein „Highlight”, eine Bockwurst zu essen. Thibeaut Madelin muss mit Besuchern aus Frankreich „am liebsten sofort zur Currywurstbude gehen”. Allein die Österreicherin Evelyn Peternel hat sie einmal probiert und fand sie „ungenießbar”.

Die Serie „Typisch deutsch?” wird jeweils donnerstags um 17.50 Uhr in  der Sendung „Studio 9” des Deutschlandfunks ausgestrahlt. Wie ausländische Korrespondenten Deutschland und die Deutschen sehen, kann man aber auch nachlesen:

Blablabla

Matthias Baxmann & Matthias Eckholdt

— Typisch deutsch

Holiday, 160 Seiten, Euro 19,99