Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens hat die Berliner Band 17 Hippies ihren eigenen Wein auf den Markt gebracht.  

Titel

Die Jubiläumsedition der 17 Hippies aus der Hauptstadt. (Artwork by Frank Schliebener)

Für ihre Jubiläumsedition pflückten die 17 Hippies, die seit mittlerweile zwei Jahrzehnten amerikanischen Folk, französische Chansons und osteuropäische Rhythmen miteinander kombinieren, selbst die Trauben ihres Grauburgunders. Gekeltert vom Weingut Brenneisen im Markgräflerland, im Eichenholz vergoren und 17 Monate auf der Feinhefe gereift, schmeckt der bandeigene Wein nach Grapefruit, Quitten, reifen Bananen, Zitrus und einer dezenten Holznote. Pro Kunde wurden nur zwei Flaschen abgegeben, die erste Lieferung der limitierten Jubiläumsedition war dennoch schnell ausverkauft.

Dass eine Rock-Band einen eigenen Wein auf den Markt bringt, ist so neu allerdings nicht. Die Rolling Stones boten bereits 2010 einen Merlot an, den sie nach ihrem Live-Album „Forty Licks“ benannten. Für Pink Floyd kreierte der kalifornische Winzer Mark Beaman im Jahr darauf den Cabernet Sauvignon „Dark Side of the Moon“.

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Cheers aus Berlin! Die Band 17 Hippies stoßen mit ihrem Wein freudig an. (Copyright: Meduli)

AC/DC lieferten 2011 gleich vier australische Weine aus: einen Chardonnay „Thunderstruck“, einen Shiraz „Back In Black“, einen Sauvignon Blanc „Hells Bells“ und einen Cabernet Sauvignon „Highway To Hell“. Die Thrash-Metal-Band Slayer ging 2012 unter die Winzer und kredenzte ihren Fans zum Headbanging einen blutroten Cabernet Sauvignon, der in Anlehnung an eins ihrer Alben „Reign In Blood“ getauft wurde und einen Metal-untypischen Alkoholgehalt von 12,5 Prozent hatte. Von Kiss gibt es schon seit Jahren einen Chardonnay „Shout It Out“ und einen Rotwein namens „Zin Fire“, von Iron Maiden einen blutroten, aber lieblichen Merlot — „Eddie’s Evil Brew“. Und Motörhead verkauften allein in Schweden 250.000 Flaschen ihres Biker-Shiraz, obwohl Lemmy seinen Fans eindringlich riet: „Approach it with caution. Wine is deceptive, anything can happen.“

Kein Wunder also, dass Forscher der Heriot-Watt-Universität in Edinburgh sich schon bald mit der Frage beschäftigten, welcher Wein zu welcher Musik am besten schmeckt. Ihrer Studie zufolge, an der sich 250 Studenten beteiligten, verstärkt sich der Geschmack eines Cabernet Sauvignon, wenn man dazu „mächtige und schwere Musik“ hört, beispielsweise „All Along The Watchtower“ von Jimi Hendrix, „Honky Tonk Women“ von den Rolling Stones, „Live And Let Die“ von Paul McCartney & The Wings oder „Won’t Get Fooled Again“ von The Who. Das Bouquet eines Chardonnay entfaltet sich hingegen besonders bei „schwungvollen und erfrischenden Melodien“ wie „Atomic“ von Blondie, „Rock DJ“ von Robbie Williams, „What’s Love Got To Do With It“ von Tina Turner oder „Spinning Around“ von Kylie Minogue. Ein Merlot sei besonders süffig, wenn Otis Reddings „(Sitting On) The Dock Of The Bay“ dazu erklingt, und zu Puccinis Arie „Nessun Dorma“ biete sich ein Wein der Sorte Syrah an.

In diesem Sinne: Cheers!

 

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Sonniges Kalifornien aus der Flasche mit KISS