Ideen haben, ist nicht schwer – Gründer sein dagegen sehr. Wie schwer es ist, exotische Produkte auf den deutschen Markt zu bringen, haben drei Gründer dem Online-Magazin der Gastro Vision verraten.

Um den neuen Star unter den Süßungsmittel-Alternativen zu finden, ist Vivien Vogt aus dem deutschen Passau im Jahr 2014 bis in den indonesischen Dschungel gereist. Unterdessen hat es die Förderpreisgewinner der Gastro Vision, Bastian Senger und Bastian Muschke, für ihr innovatives Erfrischungsgetränk aus Hamburg ans ganz andere Ende der Welt nach Brasilien verschlagen.

Sichere Lebensgrundlagen für die Bauern vor Ort schaffen

Janur, Foto: Vivien Vogt

Der Janur-Kokosblütenzucker sichert die Lebensgrundlage dieser Indondesier und ihrer Familie.

Alle drei haben eines gemeinsam: Sie wollen mit ihrem Produkt Projekte auf den Weg bringen, die einen sozialen Nutzen verfolgen. Die Passauerin unterstützt mit dem Import des Janur Kokosblütenzuckers aus dem 1200 Meter hoch gelegenen Dschungel in Java die eingesessene indonesische Familie von Sambung. Die beiden Hamburg haben sich überlegt, aus dem bisherigen Abfallprodukt der Kaffeekirschenschale Tee herzustellen, diesen „als gekühlte Variante zu verkaufen und davon Projekte für die Kaffeefirmen zu finanzieren“, sagen sie.

Würden vorsichtige Gründer die Ideen der drei als tollkühn bezeichnen, nahmen diese die damit verbundenen Aufgaben an. „Täglich purzeln einem neue Herausforderungen vor die Füße“, erzählt Vivien Vogt. „Man ist mitunter wie die Feuerwehr unterwegs, telefoniert mit der Behörde, dem Labor, kämpft mit Wetterkapriolen in Indonesien, was wiederum Erntezeit und Mengen beeinflusst, koordiniert den reibungslosen Transfer vom Inland an die Küste.“ Auch die beiden jungen Hamburger hatten mit „Ecken und Kanten“ zu kämpfen. Sie brauchten eigenen Angaben nach einen langen Atem.

Start-Ups: Weiterentwicklung ohne Unterlass

Förderpreis, Foto: Gastro Vision

Förderpreisgewinner: Die Gründer nutzen den Schwung, um ihr Produkt weiterzuentwickeln.

Sowohl der Janur Kokosblütenzucker als auch das Erfrischungsgetränk Caté haben mittlerweile Abnehmer auf dem deutschen Markt gefunden. Das ist für die Gründer aber noch lange keine Zeit, um jetzt die Hände in den Schoß zu legen. Sie arbeiten längst an weiteren Projekten. „Ich habe schon so einige neue Produkte, die mit dem Kokosblütenzucker in Verbindung stehen“, sagt Vivien Vogt und verweist auf ihr Kokoszucker-Curry aus zehn verschiedenen frisch gemahlenen Gewürzen und auf ihre Erdnusssoße. Auch die beiden Hamburger schauen, was sich noch so aus der Kaffeekirsche herstellen lässt und wie die brasilianischen Kaffeebauern vor Ort profitieren können. „Wir planen, ganze Kaffee-Kooperationen mit Solarstrom zu versorgen“, berichten sie. Man dürfe dabei aber nicht vergessen, dass sie noch ein Start-Up seien und ganz am Anfang stünden.