Kaffee, Foto: Gastro Vision

Kaffee inspiriert Literaten, Musiker und Milchschaum-Künstler wie hier auf der Gastro Vision.

Seit der industriellen Revolution gilt er als „Symbol des Fortschritts“, weil er die Menschen arbeitsfähiger macht und wach hält. Und auch im vergangenen Jahr war Kaffee das beliebteste Getränk der Deutschen.

John Wayne trank ihn immer am Lagerfeuer aus einem Blechbecher und Inspektor Columbo, wenn er einen Mordfall lösen musste. Frank Sinatra setzte dem Kaffee mit dem „Coffee Song“ ein musikalisches Denkmal und Mark Helprin widmete ihm gar mit seinen „Memoiren aus einem ameisensicheren Kästchen“ einen ganzen Roman, obwohl er ein überzeugter Kaffeehasser war.

Deutsche lieben Filterkaffee

Dank der wachsenden Zahl von Single-Haushalten wird Kaffee heute aber zunehmend in passenden Portionsgrößen konsumiert. Zwar dominiert der gute alte Filterkaffee mit einem Anteil von 64 Prozent noch immer den Markt, immer öfter greifen Kaffeetrinker aber zu ganzen Bohnen, die zu Hause oder in Vollautomaten frisch gemahlen werden. Und auch Kaffeekapseln, die mit einem gehobenen Lifestyle assoziiert werden, konnten 2015 um 16 Prozent zulegen und ihren Marktanteil auf über 5 Prozent steigern.

Fast jede vierte Tasse wurde im vergangenen Jahr nicht in den eigenen vier Wänden, sondern außer Haus getrunken; vorzugsweise in Bäckereien und Stehcafés (35 %), aus Getränkeautomaten (13 %), in Cafés (12 %) oder bei einer Rast an Tankstellen (11 %). Und bei immerhin schon jeder zehnten Tasse stammt der Kaffee aus nachhaltigem Anbau.

Kaffee, Foto: Gastro Vision

Im Schnitt trinkt jeder Deutsche fast einen halben Liter Kaffee pro Tag.

Früher Droge, heute Lieblingsgetränk

Mit 162 Litern pro Kopf verzeichnete das Lieblingsgetränk der Deutschen im vergangenen Jahr sogar ein leichtes Wachstum. Verglichen mit dem Konsum des Schriftstellers Marcel Proust, der auf seiner Suche nach der verlorenen Zeit täglich sechs Liter dieses stimulierenden Gebräus trank, oder seines Kollegen Honoré de Balzac, der es auf 50.000 Tassen in 30 Jahren brachte und schließlich zu Opium griff, um wieder schlafen zu können, sind das allerdings nur ein paar heiße Tropfen auf den Stein. Doch die Zeiten, in denen Kaffee als Droge galt und man Kaffeetrinkern die Zunge herausriss oder die Übeltäter in Säcke einnähte und ins Meer warf, sind gottlob längst vorbei.