Ob bei der Gastro-Vision, bei Musikfestivals oder bei Kunden der Hamburger Drogeriemarktkette Budnikowsky – das Goldeimer-Klopapier für den guten Zweck kommt an. In den ersten Wochen seien mehr als 11 000 Packungen über die Ladentheke gegangen, sagt André Lau. Der Geschäftsführer der Viva con Agua Wasser GmbH ist zufrieden.

Nach dem Motto „Art creates water“ fördert der an der GmbH beteiligte Hamburger Verein Viva con Agua eigenen Angaben nach die weltweite Wasser- und Sanitärversorgung. So nutze die Organisation rund 20 Prozent des Erlöses jeder Packung für den Bau neuer Brunnen, Sanitäranlagen und für den Aufbau von Netzwerken in ärmeren Regionen der Welt, erklärt André Lau.

Über Toilettenpapier viele Menschen erreichen

Gastro Vision, Foto: Gastro Vision

André Lau, Chef der Wasser GmbH  (l.), und Klaus Klische, Initiator der Gastro Vision, engagieren sich für den guten Zweck.

Die Idee hinter den Papierrollen ist simpel: Die Initiatoren suchten eine Fläche für die Künstler der Millerntor Gallery, die möglichst viele Menschen gebrauchen. Auf diese Weise wollen sie ein breites Zielpublikum erreichen. „So wollten wir das Sanitär-Thema unter die Leute bringen“, erklärt der Geschäftsführer.

Außerdem will der Verein für den Trinkwasserverbrauch sensibilisieren. Mit dem Kauf des Recycling-Papiers helfen die Verbraucher Ressourcen sparen: 90 Prozent weniger Wasser und 50 Prozent weniger Energie gegenüber herkömmlichen Rollen.

In biologisch abbaubarer Lebensmittelfarbe prangen zurzeit die Freaks des Hamburger Streetart-Künstlers Rebelzer auf dem Toilettenpapier. Insgesamt 100 000 Packungen wurden hergestellt.

Weitere Anfragen aus der Hotellerie

Das Wasser der GmbH verkauft sich inzwischen deutschlandweit und wurde auch zum Zugpferd für das Toilettenpapier. Der Wasserverkauf spült nach Angaben von André Lau mittlerweile jährlich ein Plus in Höhe von etwa 500 000 Euro vor Steuern in die Kassen. Von dem tatsächlichen Gewinn fließen etwa 20 Prozent in den Verein Viva con Agua und 40 Prozent in die Stiftung. Die restliche Summe verbleibt in der Beteiligungsgesellschaft und dient zum Beispiel zum Anstoß neuer Produktlinien.

Inzwischen würden für das Toilettenpapier auch weitere Anfragen etwa einer großen Hotelkette und des Hamburger Studentenwerks vorliegen. Das ehrgeizige Ziel sei der jährliche Verkauf von einer Million Packungen pro Jahr. Nach Rebelzer sollen dann auch andere Künstler auf dem Papier kreativ werden. „Für den Vertrieb suchen wir auch gerne noch weitere Großhandelspartner in anderen Regionen Deutschlands“, erklärt André Lau.